Reisen im Pferdetransporter: Schlotmanns rüsten zum Wohnmobil auf

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Ursprünglich wurde der zwölf Meter lange Kraftwagen 1994 als Pferdetransporter gebaut. Bereits einige Jahre später funktionierten ihn die damaligen Besitzer um – Gerd und Christel Schlotmann nutzen ihn mittlerweile als Wohnmobil für Reisen.

Werdohl - In einem zum Wohnmobil umgerüsteten Pferdetransporter wohnen Gerd und Christel Schlotmann auf privaten Reisen.

Es ist wuchtige zwölf Meter lang und vier Meter hoch – lediglich die äußere Schale, mit einer schwarzen Abbildung eines aufsteigenden Pferdes auf dem hellen Lack, erinnert noch daran, dass es sich bei dem heutigen Wohnmobil einst um einen Pferdetransporter handelte. 

Er beherbergte sechs der großen Tiere. Gerd und Christel Schlotmann nutzen das kräftige Gefährt künftig für private Reisen. Bereits 2015 kaufte Gerd Schlotmann, mittlerweile ehemaliger Inhaber der Firma Transporte Schlotmann aus Werdohl, das Kraftfahrzeug. 

Beförderung einer Lokomobile

Dem Transport der Tiere diente es da schon lange nicht mehr: „Zuletzt wurde darin eine sogenannte Lokomobile befördert“, erklärt das Ehepaar. Die Dampfmaschine mit Eisenrädern wurde darin zu verschiedenen Ausstellungen und Festivals gekarrt. 

Zu diesem Zweck bereiteten die damaligen Besitzer den großen Transporter bereits auf: Haferkästen und Futterkrippen wichen, um Platz für eine Sitzbank, Küchenecke, Schlafmöglichkeiten und Sanitäranlagen zu schaffen.

Direkt hinter der Fahrerkabine befindet sich der Wohnbereich. Oberhalb ist ein großer Schlafplatz und die Couch kann ebenfalls umfunktioniert werden. Eine Küchenzeile befindet sich auch in dem Raum.

„Die Einrichtung ist aus Massivholz und sehr robust“, schwärmt Gerd Schlotmann. „Das ist in keinem anderen Wohnmobil so üblich, da sie normalerweise gar nicht für ein solches Gewicht ausgelegt sind.“ Ein Stromgenerator, Klimaanlage und ein 1000-Liter-Frischwassertank sorgen unterwegs für eine ausreichende Versorgung. 

Kurzentschlossener Kauf

„Lkw-Fahren ist meine Leidenschaft“, sagt Schlotmann. Den Transporter habe er 2015 recht kurzentschlossen gekauft: „Er ist mit einem Auto und Anhänger hingefahren – und mit dem Auto auf dem Anhänger an dem Transporter zurück gekommen“, erinnert sich Christel Schlotmann. 

Viel musste im Innenraum nicht mehr verändert werden – der Wohnraum war größtenteils vorhanden; entfernt hat das Ehepaar unter anderem die Hochbetten, die einst für die Jockeys vorgesehen waren. 

Dass der Wagen 1994 in England gebaut wurde und ein Rechtslenker ist, sei zwar gewöhnungsbedürftig, aber kein Problem: „Ich habe da Erfahrung mit meinem Landrover Defender“, sagt Gerd Schlotmann.

„Wir wollen noch die Welt erkunden“

Die erste große Reise hat das umgerüstete Wohnmobil bereits hinter sich – im vergangenen Jahr machten sich Schlotmanns auf die Reise nach Italien. „Wir wollen aber noch die Welt erkunden“, sagt Gerd Schlotmann lächelnd.

Und das gerne mit der ganzen Familie: „Vier Personen können auf jeden Fall im Wohnabteil schlafen“, sagt Christel Schlotmann und wird von ihrem Mann ergänzt: „Wenn ich im hinteren Teil Doppelstockbetten aufstelle, können noch viele weitere mit.“ 

Der hintere Teil des Wohnmobils macht etwas mehr als die halbe Länge des Transporters aus. Fest möbliert werden soll er aber nicht, damit das Ehepaar ihn möglichst flexibel nutzen kann.

Dieser Bereich solle flexibel gehalten werden – um Gäste unterzubringen, oder Fahrräder, oder andere Wegbegleiter. Als kleines Andenken an das Familienunternehmen Transporte Schlotmann wurde vorne am Fahrzeug bereits ein orangefarbener Streifen lackiert – der im besten Fall noch um das ganze Wohnmobil verlaufen soll. 

Namen und Gründungsjahr des Unternehmens integrierten Schlotmanns auch direkt: „Das Kennzeichen MK-TS 1902 passt auf jeden Fall.“

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