Reise in ein Land irgendwo hinter dem Regenbogen

+
Nur nicht weinen liebes Ölkännchen – der Zauberer von Oz kann bestimmt helfen. Dorothy und die Vogelscheuche überreden den neuen Freund „ohne Herz“, mit ihnen in die Smaragdstadt zu gehen.

Werdohl - Die Geschichte ist vor allem US-Amerikanern so vertraut wie hierzulande die Märchen von "Hänsel und Gretel" oder "Rotkäppchen". Doch auch im deutschsprachigen Raum wird "Der Zauberer von Oz" immer bekannter. Am Sonntagnachmittag gastierte das "Theater auf Tour" aus Darmstadt mit der abenteuerlichen Geschichte von Dorothy aus Kansas vor etwa 200 Zuschauern im Festsaal Riesei.

Ein zu jeder Szene wechselndes, buntes Bühnenbild, kreative und Kostüme getreu den Original-Illustrationen sowie Musik und Gesang entführten das Publikum ein eine Welt „Somewhere over the Rainbow“: eine Welt, in der das Gute über das Böse siegt, Vogelscheuche und Ölkanne sprechen können und der König der Tierwelt – der Löwe – alles andere als ein hinterhältiger und gemeiner Jäger ist.

Dorothy und ihre neuen Freunde bestehen Abenteuer in einer Fantasiewelt, die man eigentlich nie mehr verlassen möchte – zumindest ab dem Zeitpunkt nicht, wenn die böse Hexe endlich besiegt ist. Mit Herz, Verstand und Mut meistern die vier Protagonisten sämtliche Herausforderungen entlang des gelben Wegs zum Zauberschloss in der Smaragdstadt.

Auch die Vogelscheuche hat einen ganz besonderen Wunsch an den Zauberer von Oz. „Ich habe nur Stroh im Kopf“, klagte sie – das soll sich ändern.

Zusammenhalt und Freundschaft werden die tragenden Säulen ihres Handels. Und doch ist die Sehnsucht nach Kansas – Dorothys Zuhause –, nach Tante Emmy und Onkel Henry zu groß. Das Mädchen verlässt schweren Herzens ihre Freude und verlässt die zauberhafte Welt von Oz. Allerdings bleibt der Eindruck zurück: Vielleicht gibt es dieses harmonische Land irgendwo hinter dem Regenbogen wirklich. Dieses Gefühl zu vermitteln gelang jedenfalls den Darstellern des „Theater auf Tour“.

Wer den „Zauberer von Oz“ zum ersten Mal sieht, fühlt sich vielleicht an die Geschichte von „Alice im Wunderland“ erinnert. Auch dort gerät ein Mädchen wie durch Zauberhand in eine Parallelwelt. Viel mehr haben beiden Geschichten aber nicht gemeinsam, auch wenn Kritiker kurz nach der Veröffentlichung des „Zauberer von Oz“ die Erzählungen gerne gegenüber stellten – und dabei fiel der Vergleich nicht immer zugunsten von Baums Schilderungen aus.

Auch der Löwe hat mit einem Manko zu kämpfen: Er fürchtet sich vor allem und jedem.

Im Nachhinein betrachtet, war das wohl eine Fehleinschätzung. Die ersten Exemplare des „Zauberer von Oz“ erschienen am 28. Mai 1900. Bereits nach zwei Wochen waren 5000 Bücher verkauft und der Rekord ging weiter – in der Weihnachtssaison 1900 war Dorothys Abenteuer das meistverkaufte Kinderbuch. Dass sich trotz aller Kritik aber dennoch ein Erfolg einstellen würde, erkannte auch das Minneapolis Journal schon recht früh. Das Blatt erklärte den „Zauberer von Oz“ noch im Erscheinungsjahr zur besten Kindergeschichte des Jahrtausends. -von Susanne Riedl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare