Geschichtsträchtiger Trödel bei Hüttebräucker

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Lang ist es her, als Reinhard Müller 1977 bei Asbach sein Rüdesheimer Gedeck kaufte. ▪

WERDOHL ▪ Zu jedem Stück weiß Reinhard Müller etwas zu erzählen, wenn er sich durch seinen privaten Trödelmarkt bewegt und sich an die gute alte Zeit erinnert – als die Gaststätte Hüttebräucker in Dresel zu den beliebten Anlaufstellen in Werdohl zählte. Doch diese Zeiten sind lange vorbei.

Heute steht das Traditionsgasthaus in Dresel zum Verkauf. Reinhard Müller möchte sich gerne „etwas kleiner setzen“ und trennt sich deshalb nicht nur von seiner Immobilie sondern auch vom Inventar. 1977 hatte er die Gaststätte übernommen und weiß noch genau, wie wichtig es für seinen Betrieb war, den geschichtsträchtigen Namen Hüttebräuker weiter führen zu dürfen. Damals, in den rosigen Zeiten, zählte die Gaststätte mit ihren Fremdenzimmern zu den hoch frequentierten Anlaufstellen für Gäste aus nah und fern. „Wandergruppen sind hier eingekehrt, aber auch Ausflügler, die sich Fort Fun oder die Festspiele in Elspe angeschaut haben. Holländer haben mit ihren Wohnwagen gegenüber gecampt und bei mir gespeist“, erinnert sich der ehemalige Wirt an seine wirtschaftlichen Boom-Zeiten noch ganz genau. Von dem Gewerbegebiet gegenüber war damals praktisch noch nichts zu sehen.

„In den Wintermonaten habe ich mich hingesetzt und die aktuelle Speisekarte an alle Reisebus-Unternehmen verschickt, die ich finden konnte. Als das Interesse an Fort Fun, Elspe oder der Sorpe stieg, standen die Reisebusse gegenüber Spiegel an Spiegel“, weiß Müller noch ganz genau.

Heute finden sich all die Sachen, die Reinhard Müller tagein tagaus bis zur endgültigen Schließung des Gasthauses im Jahr 2001 benutzt hat, in seinem Trödelmarkt wieder. „Teilweise noch original verpackt“, sagt Müller und hält einen Karton der Weinbrennerei Asbach & Co. in die Höhe. „Gedecke ‘Rüdesheimer Kaffee’“, ist auf dem Etikett von 1977 zu lesen. Ein Liebhaber traditioneller Gasthaus-Ausstattung wird sich mit Sicherheit für diese Stücke interessieren. Größter Posten sind allerdings die rund 30 Stühle aus den 70er Jahren, auf denen die vielen Gäste in Dresel kaum Spuren hinterlassen haben. Von Markus Jentzsch

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