Gesamt- oder Realschule?

Entscheidung über neue Schulform: Sekundarschule ist in Werdohl aus dem Rennen

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Wie es mit der AEG weitergeht, ist unklar.

Werdohl - Eine Sekundarschule als einzige weiterführende Schule wird es in Werdohl nicht geben. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage der Stadt hervor. Bleibt die Entscheidung zwischen Gesamt- und Realschule.

Die Form der Sekundarschule als einzige weiterführende Schule in Werdohl ist aus dem Rennen, eine Entscheidung soll zwischen Gesamtschule und Realschule getroffen werden. Die entscheidenden Kriterien sind die gesetzlich vorgeschriebene Vierzügigkeit der Gesamtschule, die gymnasiale Oberstufe und das Halbtagsangebot. 

Zu diesen Erkenntnissen kommt die Verwaltung in einer Vorlage für den Schulausschuss am Dienstag, 30. April, im Schulungsraum der Feuerwehr in Kleinhammer. 

Kein Beschlussvorschlag der Verwaltung

Einen Beschlussvorschlag für die Politik macht die Verwaltung nicht. Die Vorlage ist von Reinhardt Haarmann verantwortet, dem Abteilungsleiter Schule, Kultur, Sport und Service. Das ist durchaus bemerkenswert, entstammten bisher die meisten aller Schul-Vorlagen von Fachbereichsleiter Michael Grabs. 

De Vorlage stellt detailliert das Szenario dar. Neuigkeiten enthält sie nicht, alle Zahlen und Zusammenhänge liegen auf dem Tisch. Das Ergebnis  der Diskussionen im Arbeitskreis Schhule war die geplatzte Schulfusion mit Finnentrop, weil sich dort wie hier zu wenige Schüler für eine gesicherte Vierzügigkeit bei den Gesamtschulen angemeldet hatten. 

Crux der Gesamtschule

An dieser Stelle liegt auch der Knackpunkt der bevorstehenden Entscheidung. Was passiert, wenn sich die Stadt für die Gesamtschule entscheidet, es aber dennoch nicht ausreichend Anmeldungen dafür gibt? Diese mögliche Fragestellung beantwortet die Vorlage nicht. 

Die Bezirksregierung hat allerdings zugesagt, die Kommune bei der Entscheidungsfindung zu beraten. Über die Vorschriften zur Zügigkeit informiert Haarmann sehr genau: Bei der Gesamtschule beträgt die Klassengröße 25, vier Züge müssen bei Fortführung zustande kommen. Die gymnasiale Oberstufe braucht mindestens 42 Schüler. Bei der Realschule ist die Klassengröße bei 28, eine Zweizügigkeit reicht bei der Fortführung. 

Im Schnitt der vergangenen fünf Jahren besuchten 95 Prozent Werdohler Kinder die Realschule, die Gesamtschule zieht neben 78 Prozent Werdohlern auch noch 22 Prozent Schüler aus Neuenrade, Altena und Plettenberg an. 166 Werdohler Schüler gibt es im Übergangsjahr 2019 zu allen weiterführenden Schulen. 

Prognosen schwierig

Die Crux der Entscheidung formuliert Haarmann in der Zusammenfassung der Vorlage: „Ob sich von den an der Realschule angemeldeten 57 Werdohler Schülern alle für die Gesamtschule entscheiden und wie viele auswärtige Schüler, derzeit zehn, sich für die Gesamtschule entscheiden würden, ist unsicher.“ 

Aktuell wären es 108 Schüler für die Sekundarstufe I, das wären acht mehr als für die vierzügige Gesamtschule benötigt würden. 

Das Realschulgebäude am Köstersberg kann eine vierzügige Schulform aufnehmen. Es verfügt allerdings nicht über eine ausreichende Küche und eine Mensa für den Ganztagsbetrieb. Das Gesamtschulgebäude auf dem Riesei verfügt über sämtliche Möglichkeiten und Einrichtungen. Das Hauptschulgebäude auf dem Riesei ist nicht für eine Vierzügigkeit geeignet.

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