Reife Leistung eines Publikumsmagneten

WERDOHL ▪ Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Konzertes des Shanty-Chores am Samstagnachmittag war der Brüninghaus-Platz brechend voll. Und der Publikumsmagnet rechtfertigte diesen enormen Zuspruch mit einer reifen Leistung.

Es wurden verständlicherweise aber auch Stimmen im Publikum laut, dass es bedauerlich sei, dass der Chor bereits in der ersten halben Stunde seines Auftrittes zwei Lieder wiederholte.

So brachten die Sänger Geschichten zu Gehör von der „Buddel Rum“, die einen Seefahrer nicht umwirft – und passend dazu auch vom „drunken sailor“; dem „betrunkenen Seemann“. Allesamt Lieder, die die Zuhörer animierten, mitzusingen, zu schunkeln und begeistert den Rhythmus zu klatschen.

Etwa die Hälfte der anwesenden Konzertbesucher hatte keinen Sitzplatz mehr gefunden. Die Menschen standen dichtgedrängt, um den Weisen des Shanty-Chores, der vor der Geschäftsstelle des Süderländer Volksfreundes Aufstellung genommen hatte, zu lauschen.

Ein Rettungsring sowie ein Steuerrad standen vor dem Chor, der in blau-weißer Einheitskleidung maritimes Flair verbreitete. Auch viele Zuhörer hatten sich schon morgens vor dem Kleiderschrank auf den Auftritt eingestimmt – und zu T-Shirts mit Segelschiffen oder ähnlichen Motiven gegriffen.

Vorwiegend älteres Publikum hatte der Chor angezogen. Doch auch Kinder waren gekommen, um Gassenhauer wie „My Bonnie is Over the Ocean“ live zu erleben – ein Stück, welches bereits die Beatles, damals noch in Begleitung von Tony Sheridan, in den Katalog populärer Musik hinüber retteten.

Chorleiter Karl Neuhaus sorgt stets für reichlich Auftrittsmöglichkeiten seiner Schützlinge. Jedoch mussten die begeisterten Zuhörer am Samstag erfahren, dass dies die letzte öffentliche Gesangsdarbietung des Shanty-Chores in Werdohl für dieses Jahr war. Weitere Auftritte fänden lediglich in privatem Rahmen statt, verkündete er.

Von Michael Koll

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