Berufsalltag mit vier Zwergen

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Tagesmutter Regina Abebe mit ihren „Zwergen“ Alisa, Iliana und Noah.

Werdohl – „Wenn man vier hat, beschäftigen sie sich miteinander, das ist einfacher als ein oder zwei Kinder zu betreuen“, stellt Tagesmutter Regina Abebe lächelnd fest

Währendessen hat sich der fast dreijährige Keyan in dem großen Kartonhäuschen versteckt, der eineinhalbjährige Noah hopst begeistert mit dem Hüpfhund durch das große Spielzimmer. Alisa, eineinhalb Jahre, und Iliana, zwei Jahre alt, haben ihr Spiel unterbrochen, um den unbekannten Gast – und besonders dessen Kamera – neugierig und auch ein wenig misstrauisch zu beäugen. 

Die 63-jährige Regina Abebe ist Tagsmutter aus Leidenschaft. Seit fast 25 Jahren betreut die Werdohlerin – sie ist selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern – „Zwerge“, wie sie ihre Schützlinge liebevoll nennt. Einfühlungsvermögen ist für ihre Tätigkeit ebenso wichtig, wie die Bereitschaft, Windeln zu wechseln. Wer als Tagespflegeperson arbeiten möchte, sollte folglich die richtige Grundeinstellung mitbringen. Regina Abebe hat sie zweifellos: „Ich halte es ohne Kinder nicht aus.“ 

Aktuell hat sie fünf Tagespflegekinder, maximal vier sind zeitgleich vor Ort. „Im Sommer gehen vier in den Kindergarten“, berichtet Abebe. Ein weiteres Kind kommt hinzu, zwei Plätze für Kinder im Alter bis drei Jahren sind  noch frei – und sollen wieder besetzt werden. „Denn die Tagespflege ist auch mein Job, davon lebe ich“, stellt Regina Abebe fest. Sie berichtet: „Pro Kind und Stunde bekomme ich fünf Euro. Bei vier Kindern lohnt sich die Arbeit für mich.“

Insgesamt hätten sich die Bedingungen für Tagespflegepersonen deutlich verbessert, berichtet sie. „Vor einigen Jahren wurden nur die  Stunden bezahlt, die die Kinder auch tatsächlich betreut wurden. Das hat sich zum Glück geändert.“ Inzwischen erhalten Tagespflegepersonen – vorausgesetzt, sie haben eine entsprechende Ausbildung – monatlich das Geld für die gebuchten Stunden. „Denn ich kann schließlich nichts dafür, wenn das Kind krank ist oder die Familie in den Urlaub fährt“, unterstreicht die Tagesmutter, die ihr Geld übrigens nicht direkt von den Eltern ihrer Schützlinge bekommt: Diese überweisen an die Stadt Werdohl den einkommensabhängigen Elternbeitrag, den sie auch für einen Kita-Platz bezahlen müssten. Die Stadt übernimmt im Gegenzug die Kosten für die Tagespflege. „Und sie zahlt mir die Hälfte zur Renten- und Krankenversicherung dazu“, erklärt Regina Abebe.

Einen Teil ihrer Einnahmen investiert die 63-Jährige natürlich wieder in ihre „Zwerge“: Für Spielzeuge und die Einrichtung der Spielräume, den Sandkasten vor dem Haus und andere Dinge, die im Betreuungsalltag gebraucht werden. Denn natürlich sollen sich die Kinder bei ihrer Tagesmutter in Werdohl rundum wohl fühlen: „Das ist für alle Beteiligten ganz wichtig.“

Im Stadtgebiet von Werdohl sind bisher acht Tagesmütter aktiv. Die Redaktion unserer Zeitung stellt in den kommenden Wochen im Rahmen einer kleinen Serie einige dieser qualifizierten Werdohlerinnen vor. Weitere Tagespflegepersonen werden allerdings gesucht. Informationen zur entsprechenden Qualifizierungsmaßnahme finden sich im Internet unter der Adresse www.awo-ha-mk.de/kindertagespflege. Zudem gibt Fachberaterin Daniela Wall gerne Auskunft unter der Rufnummer 01 73 / 2 73 12 83, sowie per E-Mail an kindertagespflege-werdohl@ awo-ha-mk.de.

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