Realschulleitung: SPD-Fraktion richtet schwere Vorwürfe an die Verwaltung

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SPD-Fraktionsvorsitzender und Schulausschussvorsitzender Wilhelm Jansen (links) und Ratsherr Volkmar Güldner-Rademacher ärgern sich darüber, dass sie aus der Zeitung erfuhren, dass der Realschulleiter Sascha Koch die Stadt verlassen hat und in Attendorn angefangen hat.

Werdohl - „Wir waren entsetzt und erschrocken aus der Zeitung zu erfahren, dass die Realschule keinen Schulleiter mehr hat.“ Die SPD-Fraktion, in Person der Fraktionsvorsitzende und Schulausschussvorsitzende Wilhelm Jansen, verbindet damit schwere Vorwürfe an die Verwaltung.

Die SPD-Fraktion habe den Eindruck von „gezielter und bewusster Zurückhaltung von Informationen“. Am Freitag berichtete unsere Redaktion, dass der erst vor einem Jahr eingestellte Realschulleiter Sascha Koch Werdohl wieder verlassen hat und schon seit dem 1. Februar als Leiter der katholischen Realschule in Attendorn arbeitet. Die Bezirksregierung erklärte, die Stadt bereits am 15. Dezember per Fax über den Weggang von Koch informiert zu haben. Fachbereichsleiter Grabs wiederum hatte erklärt, von der Bezirksregierung nicht in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Es habe zwar dieses Fax gegeben, sagte Grabs, allerdings ohne die Mitteilung über den Wechsel in der Schulleitung. 

Wilhelm Jansen und Volkmar Güldner-Rademacher zweifeln dies an. Spätestens bei der Ernennung von Konrektorin Ulrike Schulte-Schürholz zur kommissarischen Schulleiterin müsse die Verwaltung im Bilde gewesen sein. Güldner-Rademacher: „Ich war 35 Jahre lang Lehrer und weiß, wie die Bezirksregierung tickt.“ Der Wechsel in einer stellvertretenden Schulleitung sei ein formeller Akt, der von der Verwaltung in Werdohl ganz sicher wahrgenommen worden sei. 

Die beiden Politiker wollen dem möglichen Vorwurf entgegen treten, die SPD-Fraktion sei in irgendwelche Absprachen eingebunden. Jansen: „Wir Politiker waren nicht informiert, wir haben nichts davon gewusst.“ Die Bürgermeisterin hätte bei der Ratssitzung am 18. Dezember, bei einer interfraktionellen Sitzung am 22. Januar oder bei der jüngsten Ratssitzung am 19. Februar Gelegenheit zur Information des Rates gehabt. Jansen und Güldner-Rademacher verdächtigen deshalb die Verwaltungsspitze, Informationen zurückgehalten zu haben. „Da muss etwas gewesen sein.“ Die SPD werde es nicht tolerieren, wenn die Verwaltung eine einsame Entscheidung getroffen habe, die Fraktionen nicht zu informieren. 

Die Beweggründe von Sascha Koch, nicht einmal ein Jahr in Werdohl zu bleiben, interessiere die SPD nicht, die Tatsache allerdings schon. Güldner-Rademacher: „So ein Leitungswechsel ist ein längerfristiger Prozess. Herr Koch muss die Entscheidung zu einem Weggang aus Werdohl schon relativ früh angegangen haben.“ Bezirksregierung und Stadtverwaltung hätten sicher davon früh gewusst. 

Für die SPD-Pläne, die Realschule aus der Stadt zum Riesei zu verlagern, ließe sich keine Mehrheit finden. Das gute Anmeldeergebnis der Realschule sichere ihr sogar die Dreizügigkeit, während die Gesamtschule in weitere Bedrängnis gerate. Die SPD erneuerte ihre Forderung, das Abitur unter allen Umständen in Werdohl halten zu wollen. Der starke Zulauf zur Oberstufe der AEG gebe ihnen recht.

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