Realschule Werdohl wirbt offensiv mit Flyer

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Realschulleiter Bernd Bunge mit den neuen Flyern, mit denen er jetzt offensiv für die Werdohler Realschule in den Nachbarstädten werben will.

WERDOHL ▪ Nicht kleckern, sondern klotzen, das ist für Schulleiter Bernd Bunge die Devise, wenn es um seine Schule geht: „Wir wollen die Realschule wieder ins Bewusstsein rücken. Sie soll auf der Lenneschiene eine Größe sein für Eltern, die ihre Kinder nach der vierten Klasse in einer Schule mit gegliedertem Schulsystem anmelden wollen“, wirbt Bunge für die Bildungseinrichtung und tut dies erstmals ganz offensiv.

Gesponsert vom Förderverein wurden 15 000 Flyer gedruckt, mit denen auf die Stärken der Schule aufmerksam gemacht wird und die eine Einladung zum Tag der offenen Tür am Samstag, 4. Februar, enthalten. In diesen Tagen werden sie per Postwurfsendung an die Haushalte in Werdohl, aber auch in Neuenrade und Altena verteilt; Kostenpunkt dafür: 2000 Euro.

Der Weg, den Bunge beschreitet, ist sicherlich neu, das Thema Wettbwerb hingegen aber nicht. „Das ist für mich schon seit zehn Jahren ein Thema“, sagt Bunge. Nachdem zuletzt auch die politischen Gremien den Wandel der Schullandschaft als Chance zur Werbung gesehen hätten, habe er dies als Auftrag verstanden, beschreibt der Schulleiter seine Intention.

Bis Mitte der 90er Jahre lief die Realschule sogar noch vierzügig. Eine Klasse bestand nur mit Schülern aus der Nachbarstadt Altena. Durch die Gründung der Richard Schirrmann-Realschule in der Burgstadt fielen diese Schüler weg. Mit der Einrichtung der Gemeinschaftsschule in Neuenrade sinken nun auch die Anmeldezahlen der Schüler aus diesem Gebiet. Nicht zuletzt schrumpft die Schule auch durch den demografischen Wandel und läuft inzwischen zweizügig mit 57 beziehungsweise 54 Kindern im fünften und sechsten Jahrgang. Dass sich das wieder ändern könnte, hält Bunge auch nach dem Stand der aktuellen Schulprognosen für unwahrscheinlich – auch wenn die Schule diese Aufstockung stemmen könnte.

Vielleicht könnte die Werdohler Realschule aber auch wieder eine Wahl für Famillien aus Altena sein. Nämlich dann, wenn für die Sekundarschule, die dort von der Stadt Altena und der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde eingerichtet werden soll, 75 und damit genügend Kinder angemeldet werden. Die an sich noch junge Altenaer Realschule wäre dann schon wieder ein Auslaufmodell und würde keine Schüler mehr für den fünften Jahrgang aufnehmen. Die Werdohler Realschule wäre dann wieder neben der Realschule in Hemer am Zug und dürfte Kinder aus Altena aufnehmen. Bisher ist dies rein gesetzlich nicht möglich.

Augenblicklich sei die Entwicklung „sehr spannend“, so Bernd Bunge. Er verfolgt daher nun mit großem Interesse, wie die Anmeldetage in Altena für die geplante Sekundarschule verlaufen werden. Die finden nach der Herausgabe der Halbjahreszeugnisse vom 10. bis zum 15. Februar statt.

Für die Werdohler Realschule können die Eltern ihre Kinder am 23. und am 24. Februar anmelden. Einen Einblick in die Schule an der Brüderstraße können Kinder und Eltern zuvor auch beim Tag der offenen Tür am Samstag, 4. Februar, bekommen. Er beginnt an diesem Tag um 10 Uhr. ▪ sim

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