Keine Mehrheit für Umzug der Realschule zum Riesei

Werdohl - Für ihren Antrag, mit der Realschule in das seit gut einem Jahr leerstehende Gebäude der ehemaligen Erich-Kästner-Hauptschule am Riesei umzuziehen, hat die SPD am Montagabend im Rat keine Mehrheit finden können. Vielmehr erlitten die Sozialdemokraten bei der Abstimmung eine herbe Niederlage.

WBG-Fraktionschef Volker Oßenberg hätte das Thema am liebsten überhaupt nicht besprochen und wäre gerne sofort zur Abstimmung übergangen. „Das ist kein Thema für eine öffentliche Ratssitzung“, kritisierte er den Vorstoß der SPD. Das Thema sei geprägt von Emotionen und Ideologie, es spalte die Bevölkerung in zwei Lager, sagte er schon in seiner Haushaltsrede und forderte Fingerspitzengefühl ein.

„Hier und heute unvorbereitet eine Entscheidung in dieser Frage erzwingen zu wollen, halten wir für falsch und gefährlich. Hier wird bewusst oder unbewusst Verunsicherung in der Elternschaft geschürt und deren Entscheidung bei der Schulwahl beeinflusst“, sagte Oßenberg in Richtung SPD.

Falscher Zeitpunkt für Entscheidung

Auch CDU-Fraktionschef Stefan Ohrmann hielt den Zeitpunkt einer Entscheidung über den zukünftigen Standort der Realschule für falsch. Er sei sicher, dass es eine kostengünstigere Variante als die von der SPD zur Abstimmung gestellte gebe.

Offensichtlich konnte er auch die Beweggründe für den Vorstoß der SPD nicht nachvollziehen. „Wir waren im Arbeitskreis Schule doch in guten Gesprächen“, deutete er an, dass es möglicherweise auch eine Lösung hätte geben können, die von allen Fraktionen hätte mitgetragen werden können. Im Übrigen warte die CDU noch auf Signale aus Düsseldorf, sagte Ohrmann und drückte damit die Hoffnung aus, dass es nach der Rücknahme von G8 an den Gymnasien auch für andere Schulformen neue Richtlinien geben könnte.

Umzug würde viel Geld sparen

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen verteidigte den Antrag seiner Fraktion noch einmal, indem er unter anderem darauf hinwies, mit einer Verlagerung der Realschule zum Riesei ließen sich nicht nur jedes Jahr mehr als 700.000 Euro sparen, sondern auch Fördermittel im Schulzentrum Riesei konzentrieren. Dort gebe es beste Voraussetzungen für die Realschule.

Auch sprach Jansen von einem angeblichen Zuspruch in der Bevölkerung: „Von den Leuten draußen erhalten wir viel Zustimmung, sogar von Eltern, die ihre Kinder an der Realschule haben“, behauptete er.

Nur SPD für eigenen Antrag

Und jetzt sei auch der richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung: „Dann wissen wir, was wir ab 2018 mit dem Gebäude am Köstersberg machen können.“ Das sei im Hinblick auf das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek) wichtig, das Werdohl ja in Auftrag geben wolle.

Jansens Appelle blieben aber ohne Wirkung auf die anderen Fraktionen. Bei der Abstimmung über den Umzug der Realschule hoben nur die SPD-Vertreter selbst die Hand für ihren Antrag, die Vertreter von CDU, WBG und FDP stimmten geschlossen dagegen.

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