"Realschule alles andere als überholt"

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Schulleiter Bernd Bunge (l.) und Fördervereinsvorsitzender Dirk Babucke können gemeinsam auf einen Erfolg in 2010 blicken. Der Realschule wurde von der Bezirksregierung der Naturschutzpreis zugesprochen.

WERDOHL - Dramatisch sei die Mitgliederzahl zunächst gesunken, berichtete Vorsitzender Dirk Babucke zu Beginn der Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Realschule am Dienstagabend. Vor einem Jahr waren noch 322 Mitglieder in der Kartei gelistet.

Dann sank die Zahl auf 290. Bei der Einschulung der neuen Fünftklässler und durch Werbebriefe konnten schließlich 29 neue Mitglieder gewonnen werden. Damit sei die negative Entwicklung gestoppt worden, so Babucke.

Für Schulleiter Bernd Bunge war das noch lange kein Grund zur Freude. Am Montag habe er sich beim Frühstück sehr aufgeregt. Die Vorberichterstattungen in den heimischen Zeitungen zur Sitzung des Hauptausschusses habe ihm den Kaffee „versaut“. Seit 2001 sei er nun Rektor der Realschule, aber „da schwillt mir der Kamm, wenn ich in der Presse lese, die Realschulen seien von ihrer Form her überholt“, wetterte er.

Seit 2003 erstelle er selbst Statistiken zu den Abgängern seiner Lehranstalt, erklärte er und präsentierte dem Vorstand des Fördervereins seine Auswertungen, die Erfolge widerspiegeln, auf die man stolz sein könne. Höchstens zehn Prozent der Werdohler Realschüler hätten die Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe. Gut ein Drittel wechsele von der Brüderstraße in eine gymnasiale Oberstufe. Ein weiteres Drittel erhalte die Fachoberschulreife und könne damit ein Fachabitur erreichen.

„Dabei hat fast die Hälfte unserer Schüler einen Migrationshintergrund“, ereiferte sich Bunge. „Was könnten wir alles erreichen, wenn wir nur mehr Personal im Kollegium hätten“, sagte er – bewusst vergleichend mit Gymnasien oder der neuen Gemeinschaftsschule.

Finanziell gesehen, so Kassiererin Renate Kliem, habe der Förderverein im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Plus erwirtschaftet. Zudem sei die Musical-Aufführung der Realschüler mit 350 Euro gesponsert worden. Sechs Schülern sei ein Zuschuss zur Klassenfahrt gewährt worden. Kliem und ihr Stellvertreter Werner Tacke wurden einstimmig von den Anwesenden entlastet. Neuwahlen standen in diesem Jahr nicht an.

Wie in jedem Jahr, so gab es am Dienstag Anfragen des Lehrerkollegiums auf Unterstützung durch den Förderverein. Bernd Bunge trug diese Anträge gebündelt vor. Sie wurden einstimmig bewilligt. Für eine Neuauflage des Winterfestes Anfang Dezember 2011 stehen nunmehr 300 Euro zur Verfügung. Ebenfalls jeweils 300 Euro erhalten das Schulorchester für eine Probenfahrt und die Fachschaft Kunst für Trockenständer für Bilder. Die alten Ständer seien defekt und müssten ersetzt werden.

Für Klassenfahrts-Zuschüsse stehen 750 Euro zu Buche. 200 Euro dürfen die Begrüßungsgeschenke für die künftigen Fünftklässler kosten. 50 Euro an Siegprämien für den Lesewettbewerb Deutsch stehen zur Verfügung. 500 Euro gibt der Förderverein für die Sporthelferausbildung einiger Achtklässler, die damit im Sportunterricht und bei Turnieren helfen können. Zudem sollen die Sporthelfer für Freizeitangebote in den Pausen sorgen.

Schließlich bekam Bernd Bunge 500 Euro für den Schulwald bewilligt. Das Projekt verbinde Umweltaktivitäten und Integration, so der Schulleiter. Deshalb trage es den Namen „Wurzeln schlagen“. Die Bezirksregierung hat den 1000 Quadratmeter großen Wald auf dem Rodt für preiswürdig befunden und bereits mit 1000 Euro aus dem Pott des Naturschutzpreises 2010 bedacht. Gemeinsam mit Förster Bossong sollen – spätestens im Frühjahr – oberhalb des Kindergartens „Budenzauber“ auf einer Kyrillfläche nach und nach durch Sechstklässler Baumarten angepflanzt werden, die sowohl in Deutschland als auch in der Türkei heimisch sind. Platz gibt es für 500 Pflanzen.

Und Bernd Bunge hatte weitere erfreuliche Neuigkeiten im Gepäck: Im Januar werde ein Kooperationsvertrag der Schule mit der Firma ThyssenKrupp VDM unterzeichnet, und Ende Januar stehe der traditionelle Tag der offenen Tür erneut an. Dann könne sich jeder ein Bild davon machen, dass die Realschule nicht überholt sei. - Michael Koll

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