Realschüler bauen Aggressionen ab

Konfrontation wird in Form von Rollenspielen thematisiert. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Die Projekttage der Realschule stehen in dieser Woche unter dem Titel Sport und Gesundheit. Neben Fitness-Angeboten und sportlichen Aktivitäten geht es in einer Gruppe um den richtigen Umgang mit Aggressionen.

Ausgewählte Schüler aus der sechsten Jahrgangsstufe haben sich in gewisser Weise durch negative Aktionen dafür qualifiziert, wie Lehrerin Christiane Lindner erklärt. „Einige Schüler können mit Aggressionen nicht umgehen.“ Die Jungen und Mädchen sollen daher durch konfrontative Pädagogik dazu gebracht werden, erst nachzudenken und dann zu handeln. Lindner: „Am besten arbeiten wir hier mit einem Profi zusammen.“

Antiaggressionstrainer Michael Tauscher hat Erfahrungen in solchen Dingen. Vorwiegend kümmert er sich zwar um Jungen, die auffällig geworden sind, doch auch das angeblich schwache Geschlecht ist Zielgruppe. Wichtig sei natürlich, die Eigenmotivation zu stärken. So standen zu Beginn einige Rollenspiele an. Auch konnten sich die 14 jungen Teilnehmer in der Mucki-Bude anstrengen. Durch solch eine Aktion erhofft sich Tauscher bei seiner eigentlichen Klientel, dass die Stärken der aggressiven Jugendlichen gestärkt werden. Hier kann nicht nur der Körper gestählt, sondern Luft abgelassen werden. Wer wieder gewalttätig wird, fliegt raus, so die die klare Ansage.

Die Realschüler konnten in dieses Angebot hereinschnuppern. Während des Seminars ging es aber erst einmal darum, auch die Meinung von anderen Mitschülern zu akzeptieren. Unterschiedliche Meinungen prallten dabei aufeinander, keine Fäuste.

Tauscher ist wichtig, dass sich die Schüler in den jeweiligen Gegenüber hereinversetzen können. „Das ist etwas, was die lernen müssen.“ Vom Erfolg des Trainings ist Realschullehrerin Lindner jedenfalls schon jetzt überzeugt. Schüler und Eltern würden wissen, an wen sie sich wenden könnten. Und: „Die Schüler haben verstanden, dass es ihnen etwas bringt.“ Der Antiaggressionstrainer glaubt ebenfalls an das Konzept. Zugleich relativiert er den Erkenntnisgewinn. „Viele werden es schnell vergessen und negatives Verhalten zeigen.“ Doch punktuell könnten selbst durch solch ein Kurs die negativen Verhaltensweisen abgeschwächt werden.

Für den weit überwiegenden Teil der Realschüler stand in dieser Woche hingegen ein rein sportliches Programm an. Die Bandbreite reichte vom Wandern, Schwimmen und Fußball bis zum Fitness-Training und zum Billard spielen. Auch der Aspekt Gesundheit wurde dabei thematisiert. Denn, das weiß Lehrerin Lindner auch: „Wir haben gesehen, dass es immer mehr übergewichtige Schüler gibt.“ Und daran soll möglichst durch solche Schul-Projekttage etwas geändert werden. ▪ Marco Fraune

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