Wohnungsgesellschaft reagiert

Rattenplage in Ütterlingsen: Nagetiere auf Straßen, in Gärten und Höfen

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Ratten machen sich mit Vorliebe über weggeworfene Essensreste her.

Werdohl – Anwohner der Ütterlingser Straße klagen über ein vermehrtes Vorkommen von Ratten in den Gärten, auf Höfen und Straßen. Auch aus dem Bereich Bausenberg gibt es Meldungen, dass die Nagetiere dort auf Straßen und Gehwegen gesichtet werden.

Für die Ütterlingser Straße kann die Wohnungsgesellschaft (Woge), die dort mehrere Mietshäuser unterhält, die Rattenplage bestätigen. „Ja, wir haben dort ein vermehrtes Auftreten von Ratten zu verzeichnen“, bestätigte Prokurist Markus Zanger. Anwohner berichten, dass die eigentlich nachaktiven scheuen Nager sich mittlerweile sogar tagsüber in den Gärten tummeln. Auch bei einer Ortsbesichtigung durch die Redaktion ließen sich die Tiere blicken: Flink verschwanden sie hinter Mülltonnen, um sich dann wahrscheinlich irgendwo im Erdreich zu verkriechen. 

Dass sich die Schädlinge unter den Mülltonnen einen Rückzugsort geschaffen haben, darauf lässt der Zustand des Verbundsteinpflasters schließen: Auf fast der gesamten Stellfläche für die Tonnen sind die Steine abgesackt. Ratten unterhöhlen oft mit großer Hartnäckigkeit Steinplatten, um sich tagsüber in die dadurch geschaffenen Höhlen zurückziehen zu können. So haben sie sich auch in Ütterlingsen einen Unterschlupf geschaffen. 

Mülltonnen sind angeknabbert

Überhaupt scheinen sich die Ratten dort wohlzufühlen, denn einige Mülltonnen sind unten angeknabbert – ein Zeichen dafür, dass die Tiere dort Nahrung suchen und finden. Ratten sind Allesfresser. Sie verschmähen kaum ein mögliches Futter. Dabei suchen sie vor allem tierische Nahrung wie beispielsweise Würmer. Sie fressen allerdings auch Essensreste von Menschen. Und sie durchwühlen auf der Suche nach Nahrung mit einer gewissen Vorliebe auch Komposthaufen. 

Das Betonpflaster unter den Mülltonnen an der Ütterlinger Straße ist abgesackt. Darunter haben sich Ratten einen Rückzugsort geschaffen.

Die Wohnungsgesellschaft hat nach Worten von Markus Zanger bereits Maßnahmen eingeleitet, um die Rattenplage in Ütterlingsen in den Griff zu bekommen. Die Stadt sei informiert und ein Schädlingsbekämpfer damit beauftragt worden, Giftköder auszulegen. Der Untergrund unter den Mülltonnen solle in diesen Tagen nachverdichtet, eventuell sogar mit Beton verfüllt werden, erklärte Zanger. Auch die beschädigten Mülltonnen sollen kurzfristig ausgetauscht werden, damit Ratten dort nicht weiter ungehindert im Müll nach Nahrung suchen können. 

Ordnungsamt ist nicht überrascht

Dass im Stadtgebiet immer wieder einmal Ratten vorkommen, ist für Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel nicht überraschend: „Das ist üblich und normal. Diese Nagetiere sind hier heimisch und haben ihren Lebensraum in den Wäldern und aufgrund des Nahrungsangebotes auch in bewohnten Bereichen“, erklärte sie auf Nachfrage. Die Stadt erhalte deshalb auch regelmäßig aus allen Stadtteilen ab und zu die Mitteilung, dass vermehrt Ratten auf den Straßen und in den Gärten gesichtet werden. „Sind öffentliche Flächen betroffen, wie zum Beispiel zeitweise der Bahnhofsbereich, erfolgt die Beköderung durch ein Fachunternehmen in Köderboxen“, erläuterte Mentzel. Dafür wende die Stadt jährlich etwa 2000 Euro auf. Darüber hinaus lege der Baubetriebshof zur Bekämpfung der Schädlinge regelmäßig Köder in den Kanälen aus. Wie hoch die Aufwendungen dafür sind, kann die Stadt nicht beziffern. 

Wenn vermehrt Ratten auf privaten Grundstücken angesiedelt haben, wie jetzt zum Beispiel in Ütterlingsen, muss die Stadt nicht aktiv eingreifen. „Dann werden die jeweiligen Grundstückseigentümer von der Stadtverwaltung aufgefordert, die Beköderung vornehmen zu lassen“, erläuterte Mentzel.

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