Barrierefrei fast überall hin

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An der Rückseite des Rathauses soll der Aufzug demnächst Besucher bis ins zweite Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes befördern.

Werdohl - Das Rathaus wird einen Aufzug bekommen. Die Stadtverwaltung möchte damit die drei Büroetagen im Altbau barrierefrei erreichbar machen. Kosten soll das Projekt voraussichtlich rund 485 000 Euro, die Stadt erhält allerdings einen satten Zuschuss des Landes. Die Förderzusage liege inzwischen vor, berichtete Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement im Rathaus.

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung stellte Erwig am Montagabend die Pläne für das umfangreiche Bauvorhaben vor. Demnach ist vorgesehen, Besucher oder Mitarbeiter, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, zunächst vor dem Rathaus an der Goethestraße über eine neu zu erstellende Rampenanlage ins Kellergeschoss des Rathauses zu führen. Durch die ehemalige Schilderstelle, die seit der Schließung der Kfz-Zulassungsstelle geschlossen ist, sollen die Besucher auf die Rückseite des Rathauses geführt werden.

Dort können sie den Fahrstuhl besteigen, der sie bis in die dritte Etage des Rathauses befördern kann. „Es werden nicht alle Räume barrierefrei erreichbar sein“, führte Erwig mit Blick auf die im Gebäude vorhandenen Höhenunterschiede aus. Der Sitzungssaal, in dem in aller Regel der Stadtrat und seine Fachausschüsse tagen, aber auch andere öffentliche Veranstaltungen stattfinden, sei durch den Aufzug jedoch auf jeden Fall für jedermann zugänglich.

Auch von Besuchern stark frequentierte Bereiche wie das Einwohnerbüro oder das Jugendamt können durch den Aufzug barrierefrei zugänglich gemacht werden. Die Baumaßnahme umfasse nicht nur den Anbau des Aufzuges, erklärte Erwig weiter. Vielmehr sei geplant, auch die zentrale WC-Anlage im Erdgeschoss noch behindertengerecht umzubauen.

Der Förderantrag, den die Stadt Werdohl bei der Bezirksregierung eingereicht hat und der jetzt bewilligt worden ist, beläuft sich auf eine förderfähige Summe in Höhe von 485 000 Euro. Dieser Betrag ist nach Erwigs Worten bereits in den Haushaltsplan für das Jahr 2018 eingeplant. Er geht auch davon aus, dass mit der Baumaßnahme im nächsten Jahr zumindest begonnen wird.

 „Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren“, sagte Erwig. Die Entscheidung, den Aufzug auf die Rückseite des Rathauses zu legen, ist offenbar unter dem Einfluss des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege gefallen. Schließlich steht das ab 1912 zunächst als Ledigenheim für Werdohler Fabrikarbeiter erbaute, später als Bürogebäude genutzte und schließlich seit 1927 als Amts- beziehungsweise Rathaus dienende Gebäude unter Denkmalschutz.

Da hätte sich ein moderner Aufzug unmittelbar an der „Schokoladenseite“ des Neobarock-Baus nicht gerade gut gemacht. Der Stadtrat hatte sein Einverständnis zum Bau des Aufzuges bereits im Jahr 2014 gegeben. Bisher gibt es einen barrierefreien Zugang zum Rathaus nur durch den Eingang Lüdenscheider Straße. Für Besucher mit körperlichen Einschränkungen ist aber schon an der nächsten Treppe Endstation, sodass Sachbearbeiter dann eigens für sie in einen allgemeinen Beratungsraum im Erdgeschoss kommen, um ihre Anliegen zu besprechen.

Ein Aufzug würde nicht nur für solche Besucher eine enorme Erleichterung bedeuten, sondern auch für Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die eine Treppe nicht bewältigen können.

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