Rat steckt Weg durch zwei Jahrzehnte ab: So soll Werdohl zur „grünen Kleinstadt“ werden

Planer Rüdiger Wagner (links), der maßgeblich an der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes mitgearbeitet hatte, antwortete auf Fragen der Ratsmitglieder.
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Planer Rüdiger Wagner (links), der maßgeblich an der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes mitgearbeitet hatte, antwortete auf Fragen der Ratsmitglieder.

Am Ende ging es um Kleinigkeiten, um Nuancen. Unterm Strich herrschte aber Einigkeit: Der Rat hat in seiner Sitzung am Montagabend das Werdohler Stadtentwicklungskonzept „Masterplan 2040“ verabschiedet und damit Werdohls Weg durch die nächsten zwei Jahrzehnte abgesteckt.

Die Stadt an Lenne und Verse hofft nun, sich mit finanzieller Unterstützung aus verschiedenen Förderprogrammen zur „grünen Kleinstadt“ entwickeln zu können.

Es gehe nicht darum, die Stadt zu einem Museum zu machen und Zukunftskonzepte auf Industrien aufzubauen, die längst keine Rolle mehr spielen, sondern sie für die nachfolgende Generation weiterzuentwickeln, sagte Michael Schürmann in einer Stellungnahme für die CDU-Fraktion. Hauptansatzpunkt müsse die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt sein. Der Fraktionsvize betonte aber auch, dass das Stadtentwicklungskonzept nun nicht zum Dogma erhoben werden dürfe, sondern dass die Politik auch Spielraum für „wünschenswerte Projekte“ benötige. Die einzelnen Bausteine des Konzeptes gelte es nun in den Fachausschüssen zu behandeln. Der Verwaltung komme die Aufgabe zu, Fördertöpfe zu entdecken, die Politik müsse dort, wo es keine Fördermittel für die Umsetzung von Projekten gebe, solche auf höherer politischer Ebene anmahnen und einfordern.

SPD setzt bereits Prioritäten

Zustimmung zu dem Konzept kam auch von der SPD-Fraktion, die bereits Prioritäten setzte, wie Jürgen Henke, der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Stadtentwicklung, vortrug. Schnellstens in Angriff genommen werden sollte demnach die Umwandlung der Sporthalle Eveking in ein Bürger- und Gemeinschaftszentrum. Wichtig sei darüber hinaus die Umwandlung der Innenstadt in ein Einkaufs- und Erlebniszentrum mit Wohlfühlqualität. Auch die Umsetzung des Planes zur Neugestaltung des Lennebogens müsse vorrangig angegangen werden, darüber hinaus die Schaffung einer fahrradfreundlichen und klimafreundlichen Infra- und Mobilitätsstruktur. „Diese Punkte sollen keinesfalls als abschließend zu betrachten sein, könnten jedoch als erste und wichtige Entwicklungsschwerpunkte in die zukünftige Arbeit von Rat und Verwaltung einmünden“, sagte Henke. Wie auch schon Schürmann war aber auch ihm wichtig, „dass das Stadtentwicklungskonzept einem ständigen Wandel unterzogen wird“, damit auch neue Entwicklungen und Ideen aus der Bevölkerung Berücksichtigung finden könnten.

WBG-Ratsherr Peter Jung stellte fest, dass Werdohl sein Licht zu Unrecht unter den Scheffel stelle. Das ließe sich seiner Auffassung nach ändern, indem zum Beispiel der SPD-Geschichtspfad mit den Lichtpunkten des Bürgerstammtisches und den Baudenkmalen zu einem Stadtrundgang zusammengeführt würden. Auch lohne ein Blick nach Iserlohn, wo die Ziele des Stadtentwicklungskonzeptes zu einer Art To-Do-Liste zusammengestellt worden seien. „Wir wünschen uns eine solche Liste, damit wir die Werdohler auf dem Weg mitnehmen können“, regte Jung an.

Masterplan als Ideenspeicher

Darüber hinaus sah Jung auch in einem erfolglosen Bemühen um Fördermittel eine Chance: Zumindest die in einem solchen Verfahren geknüpften Kontakte könnten doch noch gewinnbringend genutzt werden, meinte er. Überhaupt müsse der Masterplan als Ideenspeicher verstanden werden.

Auf die Förderprogramme, die zur Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen in Anspruch genommen werden, ging Rüdiger Wagner von beauftragten Büro Jung Stadtkonzepte, noch einmal ein. „Eine Gesamtstrategie ist im Bemühen um Fördermittel oft schon die halbe Miete“, hob er die Bedeutung des nun vorliegenden Masterplans hervor.

Plan könnte in fünf Jahren überarbeitet werden

Auch die von CDU und SPD eingeforderte Flexibilität sprach Wagner an. Es sei durchaus denkbar, das Konzept nach etwa fünf Jahren noch einmal zu überarbeiten und darauf zu untersuchen, was bisher funktioniert hat und was nicht. Sein Büro könne den Prozess auch in den nächsten Jahren noch weiterbegleiten, insbesondere, was die Beschaffung von Fördermitteln angehe, sagte Wagner auf Nachfrage von Schürmann.

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