Dauerhafter Erhalt

Rat hebt Schließungsbeschluss de facto auf: Endgültige Rettung für Turnhalle

Die Turnhalle Am Kollhahn in Eveking soll zu einem Begegnungszentrum ausgebaut werden.
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Die Turnhalle Am Kollhahn in Eveking soll zu einem Begegnungszentrum ausgebaut werden.

Zwei Mal hat der Rat der von der Schließung bedrohten Turnhalle Eveking eine Galgenfrist eingeräumt. Jetzt sieht es so aus, als sei das Gebäude, das Sportvereinen aus dem Versetal als Übungsstätte dient, endgültig gerettet.

Werdohl – Die Turnhalle am Ende der Straße Am Kollhahn war vor neun Jahren Bestandteil der Manövriermasse, als der Rat einen Haushaltssanierungsplan aufstellen musste. In einem 69-Punkte-Plan hatten Rat und Verwaltung Konsolidierungsmaßnahmen aufgelistet, durch die die gehörig aus dem Ruder gelaufene städtische Finanzlage wieder auf Kurs gebracht werden sollte. Die Schließung der Turnhalle Eveking war als Nummer 53 dabei gewesen.

Allerdings sollte die Turnhalle nicht sofort geschlossen werden, denn noch wurde sie für den Schulsport benötigt. 2017 aber, fünf Jahre später, sollte der Beschluss zur Schließung umgesetzt werden. Allerdings kam es anders. Mit einem Antrag, die Turnhalle nicht nur zu erhalten, sondern mit Mitteln aus dem Förderprogramm Lenneschiene 2.0 zu einem gesellschaftlichen Zentrum für das Versetal auszubauen, hatte die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) die Diskussion um die Sportstätte neu entfacht. Im November, kurz vor Toresschluss sozusagen, stimmte der Rat zu: Die Turnhalle erhielt die erste Galgenfrist bis Ende 2019.

Im November 2019 dann fast das gleiche Spiel noch einmal: Der Rat verschob die Schließung auf dem 31. Dezember 2021. Die Zeit solle genutzt werden, um im Rahmen eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zu überlegen, wie das Gebäude zukünftig genutzt werden könnte, entschieden die Politiker auf Vorschlag der Stadtverwaltung.

Jetzt naht also der Zeitpunkt für die Schließung der Turnhalle erneut, doch mittlerweile ist allen klar: Die Turnhalle wird auch über das Jahresende 2021 hinaus erhalten bleiben. Denn inzwischen sind Überlegungen zur Nachnutzung im Masterplan Werdohl 2040 verankert worden. In jedem Stadtteil sollten Begegnungszentren geschaffen werden, heißt es dort. Im Versetal fehle eine solche Möglichkeit noch völlig. Die Turnhalle Eveking biete sich dafür aber an, ist in dem Strategiepapier zur Entwicklung Werdohls nachzulesen.

Hinzu kommt nun noch: Die regulären Hilfen aus dem Stärkungspakt des Landes laufen in diesem Jahr vereinbarungsgemäß aus, Werdohl ist damit keine Stärkungspaktkommune mehr und gewinnt wieder etwas mehr finanzielle Handlungsfreiheit. Der Rat konnt deshalb am Montagabend beschließen, die Turnhalle dauerhaft zu erhalten. Der Beschluss fiel einstimmig aus.

Ganz überwunden sind die finanziellen Sorgen aber noch lange nicht. Werdohl muss weiterhin auf der Grundlage eines Haushaltssicherungskonzeptes wirtschaften, also sparsam mit seinen Mitteln umgehen. Deshalb beinhaltete der Beschluss auch die Absichtserklärung, die Budgetierung der Finanzmittel für die Unterhaltung städtischen Gebäude beizubehalten. Für das Versetal bleibt aber die gute Nachricht: Die Turnhalle in Eveking wird nicht aufgegeben.

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