Mit Raketenantrieb über den Schulhof

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Die Zehntklässler der Realschule haben im Technikunterricht Raketenautos gebaut.

Werdohl - Es qualmt gewaltig. Eine kleine Stichflamme, züngelt aus dem Motor. Nach zwei Sekunden schießt das Raketenauto nach vorne auf der circa 40 Meter langen Teststrecke, die die Realschüler vorher gründlich gefegt und gesichert haben.

Doch nach knapp der Hälfte der Strecke ist Schluss: Eine kleine Bodenwelle wirft das selbst gebaute Geschoss aus der Bahn. Das Raketenauto landet auf der Wiese, überschlägt sich und bleibt liegen. Erleichtert stellt der Zehntklässler wenig später fest, dass seiner Konstruktion nichts passiert ist. 

Es ist schon der zweite Testlauf, den Konrektor Michael Stemski mit seinen Technikschülern startet. Trotzdem ist es für ihn und die Jugendlichen jedes Mal spannend, wenn einer der Schüler zum Feuerzeug greift, um die Zündschnur eines Raketenmotors zu aktivieren. Denn nach dem ersten Testlauf haben die Jugendlichen ihre Konstruktionen noch weiter verbessert. 

Konstruktionsaufgabe zum Abschluss der Laufbahn

Jeweils zum Ende ihrer Realschullaufbahn stellt Stemski den Schülern eine Konstruktionsaufgabe. „Im vergangenen Jahr ging es um Brückenbau, dieses Mal haben wir Raketenautos gebaut“, berichtet er. 20 bis 30 Unterrichtsstunden haben die Schüler in ihre Flitzer investiert. „Es gab nur wenige Vorgaben, damit eigene Ideen umgesetzt werden konnten,“ erklärt der stellvertretende Schulleiter. Folglich durften die Schüler die Länge ihrer Konstruktion selbst bestimmen. Auch die Wahl des Baumaterials – in den meisten Fällen kamen Kunststoffe zum Einsatz – war Sache der Jugendlichen. So kam es, dass einige Autos circa 300 Gramm auf die Waage bringen, während die längeren Modelle – teils sogar mit Spoiler – etwas schwerer als 500 Gramm sind. 

Bevor die Autos losschießen ist eine Stichflamme zu sehen – und jede Menge Qualm.

Für den eindrucksvollen Antrieb sorgen sogenannte Raketenmotoren, die Stemski für seine Schüler im Feuerwerksbedarf bestellt hat, und den Jugendlichen erst kurz vor dem Gebrauch aushändigt. „Denn die Sicherheit geht vor“, stellt er fest. Aus diesem Grund stehen an der Teststrecke auch zwei Feuerlöscher bereit. Und bevor eines der Autos losschießt, müssen sich alle Schüler hinter die Startlinie begeben. 

Ein "Schmankerl" zum Ende

„Es ist ein Schmankerl zum Ende der Realschulzeit – und es hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht,“ stellt Michael Stemski fest. Er möchte noch einen dritten Lauf auf dem Schulgelände starten. „Heute waren Nico Lindemann und Lukas Neumann Tagessieger. Ihre Autos haben es besonders weit geschafft“, bilanziert er. Eines der Raketenautos ist sogar erst durch den Zaun am Ende der Teststrecke aufgehalten worden, wäre also noch ein gutes Stück weiter gefahren. Stemski lächelt: „Der Sieger steht schon fest. Aber jetzt geht es noch um die Plätze zwei und drei. Schließlich gibt es kleine Preise.“

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