Gestrichelte Satire liegt jetzt als Buch vor

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Rainer Kanbach hat ein Buch mit Karikaturen aus den vergangenen zehn Jahren veröffentlicht.

Werdohl - Seine Karikaturen sind fester Bestandteil dieser Zeitung, jetzt hat Rainer Kanbach seine mitunter humorvoll überzeichneten Darstellungen von Menschen, politischen oder gesellschaftlichen Zuständen in einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht.

Karikaturen seien Bestandteil seines Lebens, sagt Rainer Kanbach, der 44 Jahre als Lokalredakteur für den Süderländer Volksfreund gearbeitet hat. Schon in den 1960er-Jahren zeichnete er für eine Schülerzeitung, nachdem ihm sein Kunstlehrer das technische Rüstzeug dafür mitgegeben hatte. Die erste Karikatur in der Werdohler Lokalzeitung erschien dann am Silvestertag 1969. Thema war die Einbringung des Haushaltes durch Stadtdirektor Wilfried Leven vor einem etwas müde wirkenden Stadtrat.

Zunächst griff Kanbach eher unregelmäßig zum Zeichenstift: Wenn es ihn in den Finger juckte, die Zustände in „seiner“ Stadt anstatt mit Worten lieber mit bildlicher Satire zu beschreiben. Seit 2001 veröffentlicht der Süderländer Volksfreund Kanbachs Karikaturen regelmäßig im Lokalteil seiner Samstagsausgabe. Meistens setzt er sich donnerstags abends an den Zeichentisch, um seine Sicht auf das Stadtgeschehen mit flinken Strichen zu Papier zu bringen.

Sammlung von fast 900 Zeichnungen

Zählt man die veröffentlichten Bilder aus früheren Jahren und auch jene, die nicht veröffentlicht worden sind, zusammen, umfasst die Sammlung mittlerweile fast 900 Zeichnungen. Einen Teil davon – etwa 50 Stück – hat Rainer Kanbach, der vor knapp fünf Jahren zwar ins Rentnerdasein, aber deshalb längst nicht in den publizistischen Ruhestand gewechselt ist, im vergangenen Jahr in einer Ausstellung präsentiert.

„Rainer Kanbach weiß, was die Werdohler beschäftigt“, sagte Ex-Bürgermeister Manfred Wolf, der bei der Vernissage die Laudatio hielt. Deshalb werde ihm auch nie der Stoff ausgehen, prophezeite er und empfahl dem Karikaturisten, mit dem Zeichnen noch nicht aufzuhören: „Und zwar, ohne der Altersmilde nachzugeben.“ An diesen Ratschlag hat sich Rainer Kanbach bis heute gehalten, und den Werdohlern so manches Mal den Spiegel vorgehalten.

Stadtgeschichte aus anderer Perspektive

Ein Ergebnis der Ausstellung ist auch das jetzt erschienene Buch, auf dessen Titelbild Kanbach selbst so zu sehen ist, wie ihn ein unbekannter spanischer Straßenmaler einmal gezeichnet hat. „Bei der Ausstellung haben viele ins Gästebuch geschrieben, dass sie sich ein Buch mit meinen Karikaturen wünschen“, erzählte der mittlerweile 69-Jährige. Er nahm diesen Gedanken auf, stieg im Sommer in die konkrete Planung ein und legte nun ein Buch mit einer Auswahl seiner Karikaturen der vergangenen zehn Jahre vor. Damit erzählt er auch ein Stück Stadtgeschichte – aus einem etwas anderen Blickwinkel.

Erhältlich ist das Buch ab Dienstag, 13. Dezember, für 19,50 Euro in der Geschäftsstelle des Süderländer Volksfreunds am Brüninghaus-Platz, in der Stadtbücherei und bei Rainer Kanbach selbst (Tel. 0 23 92/7 12 53). 1,50 Euro von jedem verkauften Exemplar will er zu gleichen Teilen an die Werdohler Tafel und an den Hospizdienst Die Arche spenden.

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