Wechsel im Bezirk Versetal

Neuer Schiedsmann für Werdohl

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Rainer Kanbach wurde als neuer Schiedsmann für den Werdohler Bezirk Versetal von Amtsgerichtsdirektor Dieter Neuhoff formell mit einem Schwur vereidigt.

Werdohl - Hans-Jürgen Kircher ist im Amtsgericht Altena als Schiedsmann für den Bezirk Versetal verabschiedet worden. Amtsgerichtsdirektor Dieter Neuhoff vereidigte anschließend Rainer Kanbach. Beiden wurde in aller Form für ihren ehrenamtlichen Einsatz gedankt. Zur Feierstunde war neben Bürgermeisterin Silvia Voßloh auch Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel nach Altena gefahren.

Dieter Neuhoff stellte mit Freude und Überraschung fest, dass es in Werdohl eine ganze Anzahl von Bewerbungen für das Schiedsamt im Versetal gegeben hatte. Aus seiner Erfahrung heraus gebe es grundsätzlich nicht allzu viele Bewerbungen für dieses Ehrenamt. Neuhoff: „Schön, dass es in Werdohl viele gibt.“

Zunächst wurde der vor wenigen Tagen 70 Jahre alt gewordene Rainer Kanbach vereidigt. Kanbach wurde in Weißenfels an der Saale in der damaligen DDR geboren. „Ich bin irgendwann von meinen Eltern in den Rucksack gepackt und in den Westen gebracht worden“, stellte er sich gestern vor. Mehr als 40 Jahre war Kanbach Redakteur beim Süderländer Volksfreund. Auch nach seiner Pensionierung ist er der Tageszeitung sehr verbunden. Diese Lebenserfahrung qualifiziere ihn besonders für die Tätigkeit als Schiedsmann. Das hatte die Stadtverwaltung so befunden und ihn aus insgesamt fünf Bewerbern ausgesucht. Kanbach hatte sich als erster dieser fünf auf das Amt beworben. Das war schließlich das entscheidende Kriterium, den bei der Wahl noch 69-Jährigen zu bestimmen. Mit dem Schwur, dass er die Pflichten eines Schiedsmanns „getreulich“ erfüllen werde, „so wahr ihm Gott helfe“, wurde Kanbach formell in den Dienst gesetzt. Als Schiedsmann ist er für fünf Jahre bestellt, als Stellvertreter für den Bezirk Stadtmitte nur bis Januar 2018. Aufgrund der hohen Bewerberzahl sind aktuell der Schiedsmann für den Bezirk Stadtmitte sowie beide Vertretungen als eigenständige Positionen ausgeschrieben.

Für seine geleisteten Dienste für die Stadt Werdohl verabschiedete Bürgermeisterin Silvia Voßloh den ausscheidenden Hans-Jürgen Kircher. Er bekam zwei Weingläser mit Werdohl-Gravur, eine Tasche mit Werdohl-Aufdruck und eine Flasche Wein. In den Jahren als Schiedsmann habe er nur sehr „sparsam“ zu tun gehabt, erzählte er. Ein oder zwei Fälle pro Jahr, in manchem Jahr auch keinen Fall. Sogenannte „Tür- und Angel-Fälle“ habe er mit ein paar Gesprächen und Telefonanrufen erledigen können. „Der gesunde Menschenverstand hilft meistens“, so Kircher, „die Sache aus der Welt zu schaffen“. Die juristische Sichtweise sei beim Schiedsmann bewusst nicht angebracht, sagte Amtsgerichtsdirektor Neuhoff. Er selbst sei Mediator, in dieser Atmosphäre ließen sich gut Kompromisse finden. Bei Gerichtsurteilen gebe es immer Gewinner und Verlierer.

Gerd Rudi Will aus Gevelsberg war als Vorsitzender des Bezirks Hagen im Bund deutscher Schiedsleute nach Altena gekommen. Er bedankte sich ebenfalls bei Kircher und Kanbach.

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