Räumdienst in großer Not

Zu allem Überfluss waren die Baustellenampeln rund eineinhalb Stunden ausgefallen. Alle Zeichen standen auf Rot.

WERDOHL ▪ Der frühe Freitagmorgen hätte für den Fahrer des Bauhof-Unimogs, der zum Schneeräumen auf dem Wirtschaftsweg zwischen Distelnblech und Ludemert eingesetzt war, schlimm enden können. Aber die Sache verlief letztlich glimpflich, niemand kam zu Schaden, Fahrzeug und Fahrer blieben einsatzfähig.

Um 5.17 Uhr waren die Feuerwehr-Einheiten Eveking, Kleinhammer und Brüninghaus alarmiert worden, weil der Unimog in der Nähe der Kapelle nach links vom Weg weggerutscht und auf unbefestigtem Grund in Schräglage geraten war. Er drohte abzustürzen.

Drei Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge waren über Ludemert angerückt, zwei über Wiesenfeld, wobei eines 250 Meter vor der Unfallstelle selbst Probleme bekam, auf Eis geraten war und sich quer gestellt hatte. Mit Hilfe einer manuellen Seilwinde wurde es wieder im Fahrtrichtung gebracht. Das erforderliche technische Gerät wurde jedoch zur Fuß zur Einsatzstelle getragen. Insgesamt waren rund 20 Kräfte an den Aktionen beteiligt.

Vor Ort stellte sich heraus, dass das Räumfahrzeug bereits mit einer Kette von einem Trecker aus gesichert worden war. Das heruntergelassene Räumschild sorgte zudem weitgehend für Stabilität. Die Besonderheit des Unfalls führte dazu, dass Wehrleiter Manfred Theile Unterstützung durch Kräfte aus Rärin und den Rüstwagen aus Herscheid anforderte, denn von dort war der Weg zum Distelnblech passabel befahrbar.

Zwar gelang es dann, den Unimog wieder auf befestigten Grund zu ziehen, aber damit war der Einsatz nicht beendet. Die zwei Feuerwehrfahrzeuge, die über Wiesenfeld angerückt waren, kamen nicht mehr von der Stelle. Mit Hilfe des zuvor befreiten Unimog und des Treckers kamen sie frei und auch für die anderen drei Einsatzwagen bestand nun die Möglichkeit, den Rückweg über Altenmühle anzutreten.

Das jedoch war blanke Theorie. Zwischenzeitlich waren die Baustellenampeln auf der B 229 ausgefallen. Alle Zeichen standen auf Rot; in beiden Fahrtrichtungen hatten sich ellenlange Staus bis weit hinter die Borbecke bzw. ins mittlere Versetal hinein gebildet. Sämtliche in Distelnblech beteiligten Feuerwehrfahrzeuge fuhren von der Borbecke über Dösseln zurück zu ihren Gerätehäusern. Einsatzende war zwar um 9 Uhr am Freitagvormittag, doch dann folgte noch die Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit.

Für die Feuerwehr war damit Feierabend, nicht aber für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes. Ihr Tag hatte am Freitag schon um 2 Uhr begonnen (normalerweise um 5 Uhr), um das Pensum nach den starken Schneefällen zu schaffen.

Abgesehen von dem erwähnten Unfall oberhalb von Ludemert verlief der Dienst nahezu normal, berichtete Bauhof-Leiterin Ingeborg Kurlandt – wenn da nicht immer wieder schlecht geparkte Autos gewesen wären oder Anwohner den Schnee einfach auf die Straße geschaufelt hätten; vom Salzproblem nicht zu reden. Vier Großfahrzeuge sowie zwei Trecker sorgen für weitgehend freie Straßen, rund 20 Mitarbeiter sind in den Winterdienst eingebunden.

Was die ausgefallenen Ampeln betrifft, so spricht die Polizei von einem Zeitraum zwischen 7 und 9.35 Uhr. Beamte der Wache, die feststellen mussten, „dass so mancher ganz dreist bei Rot an uns vorbei gefahren ist“, regelten schließlich per Hand den Verkehr. Techniker wurden angefordert, um das Ampelproblem zu beseitigen.

Rainer Kanbach

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