Radweg: CDU und WBG für schnellste Lösung

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Die Mitglieder des Ustea beschäftigten sich einmal mehr mit der möglichen Trassenführung der Lenneroute. 

Werdohl - Zu zwei Tagesordnungspunkten diskutierte der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) am Montag über den geplanten Radwegebau der Lenneroute.

Dabei stellte sich heraus, dass vor allem CDU und WBG loslegen und die schon seit Jahren überfällige Planung verwirklicht sehen wollen. Die SPD fand keine Freunde mit ihrem Antrag, noch einmal über eine alternative Lösung im Bereich des Teilstücks zwischen Lennebrücke und Höllmecke nachzudenken. Auch die von dem Werdohler Peter Kölsche am Montag vorgestellte Idee des Tauschs von Naturschutzgebieten für eine naturnahe Radwegeführung vom Kettling bis Dresel scheint einer baldigen Realisierung des Radweges nicht förderlich zu sein. 

Prüfung bis zur nächsten Sitzung 

Während die WBG mit ihren drei Stimmen bis zum Ende der langen Debatte fest bei ihrem Nein gegen den SPD-Antrag blieb, ließ sich die CDU immerhin auf eine Zustimmung zur Prüfung des Vorschlags bis zur nächsten Sitzung des Ustea ein. Die SPD hatte vorgeschlagen, ob nicht anstelle der geplanten Stützmauer an der B236 ausgangs der Lennebrücke eine Radfahrerbrücke über die Lenne in der Nähe des Eisenbahnviaduktes die bessere Lösung sei. Für Radfahrer würde das mehr Sicherheit bringen, hatte Ausschussvorsitzender und SPD-Ratsherr Jürgen Henke argumentiert. 

Fachbereichsleiter Thomas Schröder zeigte sich neuen Ideen grundsätzlich nicht abgeneigt, warnte die SPD aber davor glauben zu machen, dass keine zeitlichen Verzögerungen entstehen würden. Für diesen Bereich habe die Verwaltung bereits eine mit Straßen.NRW abgestimmte Entwurfsplanung, die bald per Auftrag vergeben werden solle. Schröder: „Wenn wir über eine Fahrradbrücke nachdenken, fangen wir wieder bei Null an.“ Auch die Landschaftsbehörde und die untere Wasserbehörde müssten eingeschaltet werden. Schroeder schüttelte den Kopf: „Dann geht das alles von vorne los.“ 

Schutzstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn

Straßen.NRW würde sich garantiert schwer tun, einen Brückenbau zu realisieren. Außerdem sah Schroeder kein verkehrliches Risiko für die Radfahrer so wie die SPD. Die Stützmauer werde die B 236 verbreitern, zwischen Radweg und Fahrbahn komme auf jeden Fall ein Schutzstreifen. Grundsätzlich könne man natürlich über eine Brücke nachdenken, doch ganz sicher werde das die Realisierung der Lenneroute weiter verzögern. 

Volker Oßenberg von der WBG setzte einen klaren Punkt: Seine Fraktion werde dem SPD-Antrag auf keinen Fall zustimmen. Oßenberg: „Wir sollten endlich planen und bauen.“ So drückte sich auch CDU-Sprecher Christoph Plaßmann aus: „Wir wollen die schnellste Lösung.“ 

Mehrheitliche Entscheidung

CDU-Ratsherr Buchta versuchte, auf die SPD zuzugehen und bat die Verwaltung, die Bereitschaft von Straßen.NRW zum Brückenbau abzufragen und ob sich die Kosten für Stützmauer oder Brücke die Waage hielten. Bis zur nächsten Sitzung des Ustea könne das doch geklärt werden, bis dahin verliere man keine Zeit. So entschied der Ausschuss mehrheitlich mit Stimmen von SPD, CDU und FDP. 

Neu auf die Tagesordnung des Ausschusses hatte Vorsitzender Henke einen Vortrag von Peter Kölsche gesetzt. Als Werdohler habe er sich seine Gedanken über die Radwegeführung gemacht. „Erlebnisreich und nah an der Natur“ nannte er seine Bilder und Skizzen, die eine Radwegetrasse für das Teilstück zwischen Rathaus und Dresel markierten. 

Mitten durch ein FFH-Gebiet 

Auf blumige Art sprach Kölsche vom zu überwindenden „Berg der Instanzen“ und brachte „höhere Einsicht“ ins Spiel. Seine nicht neue Variante führte mitten durch ein FFH-Schutzgebiet – den Behörden solle stattdessen ein Tausch einer naturnahen Fläche am Kettling angeboten werden. 

Das ging sogar der SPD zu weit. Jürgen Henke warf ein, dass über die Nutzung von FFH-Gebieten das Ministerium entscheide, diese Hürde sei sehr hoch. Manfred Buchta erinnerte daran, dass Straßen.NRW genau diese Route vor Jahren verworfen hatte. Außerdem werde in dem Vorschlag von Kölsche die Siedlung Elverlingsen nicht sinnvoll an die Lenneroute angebunden. CDU-Ratsherr Dirk Middendorf sagte, die Trassenführung von Kölsche sei die „absolute Lieblingsvariante“ gewesen – allerdings sei sie von StraßenNRW „klipp und klar“ abgelehnt worden. 

Jürgen Henke bat die Verwaltung dennoch darum, den Kölsche-Vorschlag erneut mit StraßenNRW zu bereden. Schließlich seien seit dem letzten Gespräch über diese Variante Jahre vergangen, vielleicht gebe es ja doch Möglichkeiten.

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