Radweg in Werdohl darf auch schön sein

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Der Landesbetrieb Straßen.NRW würde einen Radweg in Werdohl auch fördern, wenn er nicht direkt an der Bundesstraße verlaufen würde.

Werdohl - Möglicherweise gäbe es doch die Möglichkeit, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW einen touristischen Radweg durch Werdohl finanziert. Das hatte die CDU zuletzt bezweifelt und sich deshalb für die zwar nicht schönste, dafür am schnellsten zu realisierende Variante ausgesprochen.

Beim Lückenschluss des Lenneradwegs auf Werdohler Gebiet hatte die Mehrheit der Lokalpolitik zuletzt mächtig aufs Tempo gedrückt und die SPD damit ziemlich überrumpelt. 

Zwischen der westlichen Stadtgrenze zu Altena und der östlichen Stadtgrenze zu Plettenberg soll die Radwegverbindung möglichst schnell geschlossen werden. Auf einer schönen Streckenführung liegt dabei nicht mehr die oberste Priorität. 

Jürgen Henke, Verkehrsexperte der SPD, hatte im Nachgang moniert, der Einwand, der Landesbetrieb Straßen.NRW als Finanzier des Großprojekts fördere ohnehin keine touristische Streckenführung, gelte nicht und verwies auf andere Kommunen entlang der Lenne, wo dies anders gehandhabt werde. 

Ziel ist es, Verkehre zu entflechten

Karl-Josef Fischer, Pressesprecher der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen, bestätigt auf Anfrage der Redaktion die Worte Henkes. Ziel des Radwegbaus sei es, die unterschiedlichen Verkehre zu entflechten. „Der Radweg muss dabei nicht immer entlang der Bundesstraße verlaufen, wir fördern auch Abschnitte mit einer touristischen Streckenführung“, sagte Fischer. Einzig, wenn gesamte Abschnitte ausschließlich touristischen Zwecken dienten und dadurch beispielsweise die Streckenführung so verlängert würde, dass der tägliche und „normale“ Radverkehr weiterhin die Bundesstraße nutze, sei eine Förderung ausgeschlossen. 

Gelinge es jedoch in diesen Bereichen einen „gesunden Mittelweg“ zu finden, sei der Landesbetrieb für Gespräche über abschnittweise alternative Streckenführungen sehr offen. „Zumal der Radwegebau derzeit stark forciert wird und uns dafür viel Geld zur Verfügung steht“, sagte Fischer. Vorschlägen von Stadtverwaltungen oder politischen Gremien zu solchen landschaftlich reizvolleren Abschnitten stehe Straßen.NRW aufgeschlossen gegenüber. „Zumal es uns wahrscheinlich so gelingt, noch mehr Radfahrer von der Straße zu bekommen, wenn der alternative Radweg eine attraktive Routenführung hat“, sagte Fischer. 

Kosten spielen bei Entscheidungsfindung keine Rolle

Eventuell höhere Kosten für die Realisierung eines touristisch reizvolleren Radwegverlaufs spielten für Straßen.NRW bei der Entscheidungsfindung keine Rolle. „Wo es möglich ist, sind wir gerne bereit, diese alternativen Varianten zu fördern“, sagte Fischer und verwies beispielsweise auf das Volmetal, wo der 23 Kilometer lange Volmetalradweg zwischen Schalksmühle und Meinerzhagen genau nach diesem Konzept realisiert wird und nur in Teilbereichen entlang der Bundesstraße 54 verläuft.

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