Rad-Anbindung dauert noch Jahre

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Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel.

Werdohl - Obwohl es jetzt eine Rahmenvereinbarung gibt, nach der die Stadt Werdohl die Planung des Radweges Lenneroute selber voranbringen darf, wird die Anbindung nach Plettenberg und Altena wohl noch Jahre dauern. Tiefbauabteilungsleiter Martin Hempel wird am Montag den Rat darüber informieren. Es gibt auch Nachteile

In einer Vorlage für die Sitzung am Montag (17 Uhr, Ratssaal) schreibt er: „Aufgrund begrenzter Personalkapazitäten beziehungsweise zahlreicher, erforderlicher Straßen- und Brückensanierungsarbeiten bei StraßenNRW kann der Radwegebau von dort aus nicht oder nur eingeschränkt vorangetrieben werden. Dies bedeutet, dass die Anbindungen in Richtung Altena und Plettenberg in den nächsten Jahren nicht erfolgen kann.“

Seit Jahren beschäftigt sich die Verwaltung der Stadt Werdohl in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb StraßenNRW mit den Möglichkeiten einer sinnvollen und machbaren Streckenführung der Lenneroute. Die Planung, Ausführung und Unterhaltung von reinen Radwegen liegt im Aufgabenbereich von StraßenNRW. Die Planung, Ausführung und Unterhaltung von kombinierten Rad- und Fußgängerwegen liegt im Aufgabenbereich der Stadt.

Lückenschluss nach Ütterlingsen „zeitnah“

Immerhin: Der Lückenschluss zwischen Innenstadt und Ütterlingsen als kombinierter Rad- und Fußgängerweg über das Tunnelportal Altenaer Straße soll zeitnah erfolgen. Der Bewilligungsbescheid über die Förderung der Wegeverbindung liegt vor. Die Vereinbarungen mit der Deutschen Bahn müssen noch unterzeichnet werden, bevor mit der Baumaßnahme begonnen werden kann.

Für die Verlängerung des Fuß- und Radweges im Teilstück Lennepromenade bis zur Vorthbrücke in unmittelbarer Nähe des Lenneufers sind Verhandlungen mit den Eigentümern der zu nutzenden Grundstücke zu führen. Für die Umsetzung des Projektes gelte es allerdings noch, so Hempel, die Interessen der Anlieger genau zu ermitteln, um diese bei der Planung „angemessen berücksichtigen“ zu können.

Für den reinen Radwegebau Richtung Plettenberg und Altena ist eigentlich StraßenNRW allein zuständig. In Gesprächen mit dem Landesbetrieb wurde die Möglichkeit eröffnet, Vereinbarungen mit der Stadt Werdohl abzuschließen, in denen Planung, Ausschreibung und Bau des Radweges durch die Stadt Werdohl im Namen und auf Rechnung von StraßenNRW beauftragt und durchgeführt werden. Die Hoffnung liegt darin, doch noch „zu einer relativ zeitnahen Umsetzung zur Erweiterung des Radwegenetzes“ zu gelangen. Die Leistungen der Stadt Werdohl würden in diesem Fall von StraßenNRW „angemessen“ vergütet.

Straßenunterhalt müsse reduziert werden

Für den Streckenbereich Ortsausgang Ütterlingsen bis zur Brücke Höllmecke wurde bereits für den Planungsauftrag eine Kostenübernahmeregelung formuliert. Die Stadt Werdohl soll Planung, Ausschreibung und Bau übernehmen und erhält für diese Leistung zehn Prozent der Verwaltungskosten. Entsprechende Regelungen sind auch für den Teilabschnitt Dresel bis Ortseingang Altena und weitere Streckenabschnitte im Stadtgebiet Werdohl beabsichtigt.

Der Rat soll am Montag wegen der Tragweite der Übernahme der Aufgaben von StraßenNRW einen Grundsatzbeschluss fassen. Hempel formuliert dazu eine Befürchtung: „Die Übernahme dieser Aufgaben bindet städtisches Personal, was eine Reduzierung der größeren Sanierungsarbeiten im Bereich der üblichen Straßenunterhaltung erforderlich macht.“

Die Erstattungsbeträge der Verwaltungskosten könnten allerdings auch genutzt werden, so Hempel, um bisher selbst erbrachte Leistungen an Ingenieurbüros zu vergeben. Damit könnten diese Defizite etwas ausgeglichen werden.

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