Insel: Abriss im November

Ab November wird der unansehnliche Bau auf der Insel abgerissen. Im Bereich des Haupteingangs entsteht ein neuer Fachmarkt.

WERDOHL ▪ Intern hat sich die Investorengemeinschaft für die Insel-Immobilie ein Datum Ende Oktober gesetzt, um die Abrissgenehmigung bei der Stadt einzuholen. Im November soll dann definitiv der erste Bagger auf die Baustelle kommen. Investor Wilbers gestern gegenüber unserer Zeitung: „Dann können die Werdohler endlich sehen, dass dort etwas passiert.“

Die Projektentwickler hatten bis zuletzt einige Schwierigkeiten, neben dem Edeka als Ankermieter eine zusätzliche Ladenfläche zu verpachten. Ursprünglich war eine größere Fläche für einen Fachmarkt im ersten Geschoss geplant. Jetzt wurde umgeplant: Im Erdgeschoss wird auf 170 Quadratmetern ein Fachmarkt eingerichtet. Dieses Geschäft ist zu Fuß erreichbar und hat seinen Eingang in etwa dort, wo beim jetzigen Gebäude der Haupteingang liegt. Der Vertrag mit dem Pächter sei noch nicht unterschrieben, so Investor Hubert Wilbers am Freitag auf Nachfrage. Er könne deshalb weder den Namen noch die Branche nennen.

Nach den ersten Vorstellungen sollte eigentlich noch in diesem Jahr eröffnet werden. Das wird sich allerdings weit bis ins kommende Jahr hinziehen. Wilbers sagt, dass unter anderem die boomende Baubranche für diese Verzögerung sorge. Auch ein 15-Millionen-Euro-Invest in Menden seines Unternehmens binde die Kräfte. Architekten und Bauunternehmungen seien voll mit Aufträgen und hätten nur wenig freie Kapazitäten. Wilbers: „Solche Zeiten hat es lange nicht gegeben.“ Unternehmen und Privatleute seien durch die Eurokrise verunsichert und investierten in „Betongold“.

Dass auch die Kosten für die Bauleistungen steigen, könne sein Unternehmen kompensieren. Was beim Bau teurer würde, könne prinzipiell beim späteren Verkauf wieder hereingeholt werden, so Wilbers. Ob der Neubau in Werdohl später weiterverkauft werde, sei aber noch nicht geplant. Zunächst müsse für das gesamte Objekt eine Kostenermittlung stehen.

Aber noch steht das alte Gebäude. Bei der Stadtverwaltung wartet man schon seit einem Monat auf einen Bauantrag. Auf dieser Seite sei alles klar, sagte Bernd Mitschke vom Fachbereich Bauen. Wenn der Abrissantrag vorliege, würde er praktisch sofort genehmigt. Alles notwendige sei schon abgesprochen.

Die Projektentwicklungsgesellschaft investiert in den Neubau rund 6,5 Millionen Euro. Ebenerdig ist das Parkhaus mit 135 Stellplätzen vorgesehen, auf derselben Ebene wird jetzt auch der Fachmarkt eingerichtet. Die erste Etage können die Kunden mit Rollbändern, Aufzügen oder Treppen erreichen. Dort ist auf rund 3200 Quadratmetern der Edeka-Vollsortimenter und eine Ladenzeile mit kleinen Shops vorgesehen. Wilbers spricht von einem „lebendigen Planungsprozess“, der das Bauwerk entgegen der ursprünglichen Planung noch einmal verändert hat.

Die Kritik vom WK-Geschäftsführer Beiske, Werdohl sei im Lebensmittelbereich ausreichend versorgt, widerspricht Wilbers. „Der Edeka wird Kunden wieder an Werdohl binden, die vorher in anderen Städten eingekauft haben.“ Natürlich komme auch ein Umverteilungsprozess in Gang. Wilbers: „Herr Beiske wird Schwierigkeiten bekommen mit dem kleinen Rewe in der ungünstig gelegenen ersten Etage.“ Edeka werde als Vollsortimenter auf einer riesigen Fläche ein sehr großes Angebot haben. Die Analysten von Edeka sähen beste Chancen im Werdohler Markt: „Sonst würden die nicht einen auf 15 Jahre festgelegten Mietvertrag eingehen.“ Im Übrigen herrsche freie Marktwirtschaft, so Wilbers.

Von Volker Heyn

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