Pungelscheid: Jugendarbeit im Schulcontainer

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Die leerstehenden Container, die von Werdohler Hauptschülern genutzt wurden, könnten eine befristete Alternative zur Nutzung des ehemaligen Schlecker-Marktes in Pungelscheid darstellen, schreibt die Verwaltung.

Werdohl -  Mit der Frage, in welcher Lokalität die Jugendarbeit im Stadtteil Pungelscheid zukünftig fortgesetzt werden soll, wollen sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am kommenden Dienstag, 2. September, (18 Uhr, Rathaus) beschäftigen.

Von Carla Witt

Nachdem die Arbeiterwohlfahrt den bisherigen Jugendraum unterhalb der Awo-Kita jetzt selbst benötigt, ruht die Jugendarbeit seit Beginn der Sommerferien. In einer Vorlage zeigt die Verwaltung nun Alternativen zu der von der SPD vorgeschlagenen Nutzung des ehemaligen Schlecker-Marktes auf, die CDU und WBG abgelehnt hatten. Allerdings kommen die Mitarbeiter der Stadt am Ende zu dem Schluss, dass die Nutzung des ehemaligen Drogerie-Marktes am sinnvollsten erscheint.

Die Verwaltung listet folgende Möglichkeiten auf:

– Renovierung des ehemaligen Übergangsheims Deipschlader Weg

– Einsatz eines mobilen Kinder- und Jugendtreffs

– Verlagerung der offenen Jugendarbeit in die Räumlichkeiten der Grundschule Kleinhammer

– Anmietung oder Kauf des Paulus-Gemeindehauses

– Verseztung einiger der leerstehenden Schulcontainer der Hauptschule an den ehemaligen Spielplatz Wallgrabenstraße

– Versetzung der Schulcontainer an den Spiel- und Bolzplatz Meilerstraße oder in den Park unterhalb der Awo-Kita

Allerdings scheiden aus Sicht des Jugendamtes fast alle genannten Alternativen von vornherein aus, da sie nicht den Kriterien entsprächen, die für eine zukunftsfähige Kinder- und Jugendarbeit wichtig seien. Dazu heißt es in der Vorlage, ein Jugendraum müsse attraktiv gestaltet werden können und übersichtlich sein. Der Standort solle möglichst zentral im Ortsteil liegen. Es müssten einwandfreie und nach Geschlechtern getrennte sanitäre Anlagen vorhanden sein, wichtig seien zudem gute Belichtung, Belüftung und Beheizung. Nach den Erfahrungen des Jugendamtes sollte ausreichend Platz für die Arbeit in Kleingruppen zur Verfügung stehen und die Einbeziehung des Nachbarschaftsumfeldes bei einzelnen Aktivitäten sollte möglich sein. Letztlich müsse das Gesamtangebot auch für Kinder, Jugendliche und deren Eltern attraktiv sein, die bisher den Jugendraum in Pungelscheid nicht besucht hätten.

Die Verwaltung bilanziert: „Bei Berücksichtigung dieser Anforderungen verbleibt als ernsthafte Alternative nur die Nutzung der leerstehenden Schulcontainter der Hauptschule Riesei.“ Sollten sich die Kommunalpolitiker für diese Containerlösung aussprechen, so entstünden allerdings Kosten in Höhe von mindestens 120 847 Euro, heißt es in der Vorlage.

Hinzu komme, dass diese Alternative keine dauerhafte Lösung darstelle: „Diese Anlage entspricht nicht mehr den energetischen Bauvorschriften. Deshalb wäre nur noch eine befristete Baugenehmigung über einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren möglich“, schreiben die Verantwortlichen der Stadt und – und betonen abschließend: „Die bisher seitens der Verwaltung favorisierte Lösung, den Jugendraum in das ehemalige Schlecker-Geschfätslokal zu verlegen, ist grundsätzlich nach wie vor möglich.“ Um den Bedenken der Nachbarn an diesem Standort gerecht zu werden, sei ein intensiver Meinungsaustausch mit allen Interessenvertretern kurzfristig erforderlich: „Die Jugendamtsverwaltung ist zuversichtlich, dass diese Gespräche zu einem positiven Ergebnis geführt werden könnten.“

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