Psychologinnen helfen Vierbeinern

Sandra Meyer (links) und Dagmar Mariß wissen, worauf es beim Zusammenleben von Mensch und Tier ankommt. Die beiden Tierpsychologinnen helfen vor allem Hundebesitzern bei Problemen mit den Vierbeinern. - Foto: Pinkawa

Werdohl - „Mit diesem Unternehmen habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt“, erzählt Dagmar Mariß strahlend. Die Rede ist vom sogenannten Hundeberatungszentrum Werdohl, welches sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Sandra Meyer leitet.

Dagmar Mariß und Sandra Meyer sind zertifizierte Problemhundberaterinnen. Gemeinsam gründeten sie im September 2013 das Hundeberatungszentrum Werdohl. Sie beraten Hundebesitzer in allen Erziehungsfragen und helfen bei Problemen. Diese können unterschiedlicher Art sein: Sie helfen, wenn Hunde nicht stubenrein werden, nicht mit ihren Artgenossen auskommen oder spezielle Ängste haben. „Wir versuchen, dem Besitzer bei allem beizustehen, was er als ein Problem ansieht“, erklärt Sandra Meyer.

Beide Frauen studierten drei Jahre lang Tierpsychologie mit dem Schwerpunkt Hund. Zudem machten sie eine Ausbildung zur Problemhundeberaterin. Mit Hunden haben beide schon lange zu tun gehabt, erzählen sie. Als sie dann das gemeinsame Interesse entdeckten, sei ihnen die Idee des Hundeberatungszentrums gekommen.

Um sich über die Verhaltensauffälligkeiten eines Hundes erst einmal einen Überblick zu verschaffen, führen die Tierpsychologinnen zu Anfang mit jedem Kunden ein telefonisches Gespräch. Zuerst geht es ihnen vor allem um die Frage: Warum zeigt der Hund dieses Verhalten? „Deshalb findet das erste Treffen mit einem Kunden und dessen Hund immer bei dem Besitzer Zuhause statt“, erklären die beiden Frauen. „Wir möchten einen Gesamteindruck bekommen und den Hund erst einmal kennenlernen.“

Zu Beginn führen die Tierpsychologinnen mit jedem Kunden ein Anamnesegespräch, in dem es um Stammdaten wie Name, Alter und Rasse geht. Trotzdem sei das Gespräch situationsbedingt, denn je nach Verhaltensauffälligkeiten werden später gezieltere Fragen gestellt. „Wir gehen gemeinsam mit dem Besitzer auf Ursachenforschung“, sagt Sandra Meyer.

Mit Erlaubnis des Halters würden sie den Hund und dessen Verhaltensauffälligkeiten auch auf Film aufzeichnen, um diese in Ruhe auszuwerten. „Denn ein Problem kann mehrere Ursachen haben“, erklären die Problemhundeberaterinnen.

Mit dem Besitzer zusammen werde in den nächsten Sitzungen auch ein individueller Therapie- und Trainingsplan aufgestellt, der je nach den Problemen, die es mit dem Hund gibt, unterschiedlich ist und auf Besitzer und Hund angepasst sei. Dabei werde von allen Trainingseinheiten Gebrauch gemacht, die zur Besserung führen könnten. Die Therapiesitzungen fänden vorerst immer an den Orten statt, an denen das Haustier Verhaltensauffälligkeiten zeigt. So müssen sie beispielsweise nicht zwangsweise im Haus oder der Wohnung des Besitzers abgehalten, sondern können auch in den Wald oder an die Straße verlagert werden, wenn dies die Plätze sind, an denen sich Probleme mit dem Hund zeigen. Dieses Vorgehen sei besonders wichtig, um Schwierigkeiten aus der Welt zu schaffen.

Wichtig während der gesamten Zeit sei das Mitwirken des Hundehalters. „Es ist Voraussetzung, dass er mitarbeitet“, betont Meyer. Ohne seinen Einsatz könne die gesamte Therapie keine Erfolge erzielen. Deshalb stehe auch der Halter im Fokus. „Das Umsetzen der empfohlenen Trainingsschritte ist wie Hausaufgaben machen“, fügt Mariß hinzu.

Neben dem Therapieren von „Problemfällen“ sind Dagmar Mariß und Sandra Meyer jedoch auch für andere Aufgaben zuständig. So helfen sie unerfahrenen Hundehaltern beispielsweise bei allen Erziehungsfragen oder beraten Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund anzuschaffen. Außerdem bieten sie auch Training für eine stärkere Bindung zwischen Hund und Herrchen an. „Wir sind also nicht erst dann Ansprechpartner, wenn Probleme mit Hunden auftreten, sondern in allen Fragen rund um den Hund da“, erklärt Dagmar Mariß. Des Weiteren bieten sie auch Workshops und Seminare an. So findet zum Beispiel am 8. und 9. März ein Schnupperkurs für „Mantrailing“ und „Dummytraining“ statt. Informationen und Anmeldungen gibt es direkt im Hundeberatungszentrum oder auf der Facebook-Seite www.facebook.com/Hundeberatungszentrum.Werdohl.

Zur Erweiterung ihrer Trainingsangebote suchen die zwei Tierpsychologinnen noch nach einem geeigneten Trainingsplatz für die Hunde, erzählen sie. Wer Kontakt zu Dagmar Mariß und Sandra Meyer aufnehmen möchte, kann dies per E-Mail an info@hundeberatungszentrum-werdohl.de tun.

Von Isabella Pinkawa

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