Statistische Daten

Touristik-Boom in Werdohl

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In erster Linie übernachten in der Stadt zwischen Lenne und Verse Gäste aus dem Ausland.

Werdohl - Der Aufschwung in der Werdohler Tourismusbranche hält an: Nachdem schon die ersten drei Monate dieses Jahres für die sechs größeren Beherbungsbetriebe an Lenne und Verse durchaus zufriedenstellend gewesen sind, weil sie die Auslastung ihrer Gästebetten um fünf Prozent hatten steigern können, setzt sich dieser Trend fort, wenn auch etwas gebremst. Das geht aus einer Veröffentlichung des Landesbetriebs IT.NRW als statistisches Landesamt hervor.

Die Statistiker berücksichtigen in ihren Erhebungen nur Beherbungsbetriebe mit mindestens zehn Betten. Davon hat Werdohl sechs vorzuweisen, die über insgesamt 106 Betten verfügen. Diese Betten waren im ersten Halbjahr zu 19,4 Prozent ausgebucht. Damit kann sich Werdohl zwar nicht mit den Betrieben in den Tourismuszentren des Landes messen, aber immerhin ist der Wert im Laufe eines Jahres um 2,7 Prozent gestiegen.

Zurückzuführen ist die Steigerung offensichtlich in erster Linie auf Gäste aus dem Ausland. Von den 1418 Gästen (2016: 1395 / +1,6 Prozent), die im ersten Halbjahr in Werdohl ein Quartier gebucht haben, kamen nicht nur 193 – und damit 73,9 Prozent mehr als vor einem Jahr – aus dem Ausland. Diese Gäste buchten auch 825 Übernachtungen, was gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 einen Zuwachs von 150,8 Prozent bedeutet. Ohne diese ausländischen Gäste wäre die Gesamtzahl der Übernachtungen gerade einmal um 1,5 Prozent gestiegen. Und durch die gestiegene Zahl von Gästeübernachtungen ist folglich auch die mittlere Aufenthaltsdauer gestiegen: Die Ausländer blieben im Durchschnitt 4,3 Tage und damit 1,3 Tage länger als noch vor einem Jahr. Die mittlere Aufenthaltsdauer aller Gäste ist von 2,3 auf 2,6 Tage gestiegen.

Damit muss Werdohl im Märkischen Kreis kaum einen Vergleich scheuen. In den Nachbarstädten Altena (2,1 Tage) und Plettenberg (2 Tage) reisen die Gäste schneller wieder ab. Nicht einmal Iserlohn (1,6 Tage) und Lüdenscheid (1,8 Tage) erreichen den Werdohler Wert. Eine Ausnahmestellung im Märkischen Kreis hat nur Hemer mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 6,5 Tagen.

Der Tourismus wird damit für Werdohl immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Im Durchschnitt 105 Euro pro Tag gebe ein Übernachtungsgast im Sauerland aus, hat das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr an der Universität München ermittelt. Bei 3692 Übernachtungen, die Gäste im ersten Halbjahr an Lenne und Verse gebucht haben, wären das immerhin knapp 388 000 Euro. Und von den Touristen profitieren laut Studie nicht nur die Beherbergungsbetriebe selbst. Mit 48 Prozent zieht das Gastgewerbe zwar den größten Nutzen daraus, aber auch der Einzelhandel (32 Prozent) und das Dienstleistungsgewerbe, also Kultur- und Sport-anbieter (20 Prozent), erhalten ordentliche Stücke vom Tourismus-Kuchen.

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