Promille-Fahrt führt ins Gefängnis

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Für seine sturzbetrunkene Autofahrt im vergangenen Juni verbringt der 28-jährige Werdohler nun zehn Monate im Gefängnis.

Werdohl - Sturzbetrunken und zudem ohne Fahrerlaubnis hat ein 28-jähriger Werdohler am 23. Juni 2016 um kurz vor Mitternacht vergeblich versucht, sein Auto von einer Gaststätte nach Hause zu steuern. Die Fahrt endete an einem anderen Auto, das an der Brückenstraße in Eveking geparkt war. Es erlitt einen Totalschaden, der später auf 10 600 Euro beziffert wurde.

Nicht einmal davon ließ sich der Unglücksfahrer aufhalten: Da sein Auto noch fahrtüchtig war, setzte er seine Fahrt nach Hause fort. Die Liste der Straftaten wuchs damit weiter: Die Trunkenheitsfahrt ist juristisch ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Dazu kamen unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Beleidigung, weil die hinzugeeilten Polizeibeamten ziemlich einfallslose Sprüche und Drohungen zu hören bekamen. Die erste von zwei entnommenen Blutproben ergab eine Stunde nach dem Unfall noch einen Blutalkoholgehalt von 2,28 Promille.

Richter Dirk Reckschmidt konnte im Amtsgericht Altena keine ernsthafte Antwort auf seine Frage erwarten, was das Ganze sollte. Rechtsanwalt Boris Strube versuchte stellvertretend das Unmögliche und ersparte seinem Mandanten eine Antwort: „Warum, weshalb ist für ihn nicht mehr rational nachvollziehbar.“ Anschließend bemühte sich der Angeklagte doch noch um eine Erklärung seiner damaligen Lebenslage. Eine Heirat kurz zuvor hätte eigentlich glücklich machen müssen, Vater zu werden, ist normalerweise auch ganz schön – Stress mit den Schwiegereltern allerdings weniger.

Dass die Geschichte nicht mit einer Bewährungsstrafe endete, lag an einem Strafverfahren, in dem sich der Angeklagte vor wenigen Jahren wegen einer ganz ähnlichen Geschichte vor Gericht hatte verantworten müssen. Die Bewährungszeit war wegen anderer kleiner Straftaten verlängert worden. Weder die Staatsanwältin, noch Richter Dirk Reckschmidt sahen deshalb Anlass, die fällige Strafe zur Bewährung auszusetzen. Zehn Monate „ohne“ wurden es schließlich, und der letzte Halt vor der Justizvollzugsanstalt wird wohl eine Berufungskammer des Landgerichts sein. Die Sperre für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis begrenzte der Richter zunächst auf ein Jahr – nach einer Autofahrt mit 2,3 Promille werde die Straßenverkehrsbehörde dem Angeklagten die Sache auch dann nicht leicht machen, erklärte er.

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