Projekte zur Suchtprävention bereits in Kindergärten

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Volker Schmidt (2. von rechts), Vorsitzender der Drogenberatung, wies bei der Mitgliederversammlung auf das 40-jährige Bestehen der Beratungsstelle hin.

WERDOHL - Die Anonyme Drogenberatung (Drobs) feiert in diesen Tagen ihr 40-jähriges Bestehen. Dies wurde am Donnerstag vom 1. Vorsitzenden Volker Schmidt und Drobs-Geschäftsführer Stefan Tertel auch während der Mitgliederversammlung im Werdohler Rathaus gewürdigt. In diesem Sinne begrüßte daher auch der Werdohler Bürgermeister Griebsch die Delegierten und den Vorstand und unterstrich die Notwendigkeit von Drogenberatung in allen Gemeinden im Märkischen Kreis.

1973 wurde die Anonyme Drogenberatung e.V. Iserlohn im damaligen Kreis Iserlohn gegründet und nach der Gebietsreform schlossen sich sämtliche Gemeinden und Städte dem Trägerverbund an – Vereinsmitglieder heute sind 14 Gemeinden des Märkischen Kreises und der Kreis selber.

In der Mitgliederversammlung am Donnerstag wurden durch die Drobs-Präventionsfachkraft Rene Sadowski die Programme FreD und Papilio vorgestellt. FreD (Frühintervention für erstauffällige Straftäter) ist ein Gruppentraining für Heranwachsende, die das erste Mal wegen Drogengebrauchs vor dem Richter gestanden haben. Sadowski: „Cannabis und Speed sind aktuell die ersten Drogen, mit denen Jugendliche in Berührung kommen – mit FreD erreichen wir viele Jugendliche, bevor sie abhängig werden“. Er führte weiter aus, dass die Drobs mit Papilio allen Kindertageseinrichtungen im Kreisgebiet ein Suchtpräventionsprogramm anbiete, damit Kinder früh die emotionalen und sozialen Kompetenzen entwickeln würden, die sie im Jugendalter vor einer Drogenabhängigkeit schützen würden.

Drobs-Geschäftsführer Stefan Tertel wies auf die weiterhin schwierige Substitutionssituation im Märkischen Kreis hin. „Jeder Heroinabhängige kann eigentlich im Frühstadium seiner Abhängigkeit mit einem Drogenersatzmedikament behandelt werden – lange bevor er eine Entscheidung für eine Therapie trifft oder clean leben möchte – wenn es denn einen Platz gibt,“ so Tertel. Aber weder in Werdohl, noch in den Nachbarstädten gebe es eine Substitutionspraxis. Tertel: „Werdohler Drogenkonsumenten fahren teilweise bis nach Schwerte, um sich substituieren zu lassen“. Viele Drogenkonsumenten besorgten sich lieber weiter illegal Heroin, mit all den Gesundheitsrisiken, die man durch eine Substitution vermeiden könnte – dieser Heroinkonsum führe natürlich auch zu Beschaffungskriminalität. „Viele Heroinkonsumenten würden auch mit Drogen handeln, um ihre Sucht zu finanzieren“, so Tertel.

Die Mitgliederversammlung nahm zudem den Haushaltsentwurf für 2014 zur Kenntnis und schloss mit der Einladung des Vorsitzenden, das 40-jährige Bestehen am Freitag mit einem Tag der Offenen Tür am Iserlohner Drobs-Standort zu feiern.

Die Drogenberatung ist in Werdohl an der Goethestraße 47 zu folgenden Zeiten zu erreichen: Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und am Freitag von 9 Uhr bis 13 Uhr unter der Telefonnummer: 0 23 92/1 22 60. Im Internet ist die Drobs unter www.drobs-mk.de zu finden. Die Beratung ist anonym und kostenlos – die Drogenberater unterliegen auch der Schweigepflicht, wenn sich Minderjährige beraten lassen.

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