Projekt „Rucksack“ fördert Zweisprachigkeit

+
Gülay Özsoy (stehend, links) begleitet die Eltern des Familienzentrums Budenzauber beim Rucksack-Projekt, Ansprechpartnerin ist außerdem Erzieherin Monika Salm (stehend, rechts), die auch die Sprachförderung durchführt. Karina Wionsek (Mitte) stellte das Projekt vor.

WERDOHL -  In vielen Familien mit Migrationshintergund wachsen Kinder zweisprachig auf. Das Projekt Rucksack, das gestern im Familienzentrum Budenzauber startete, soll dazu beitragen, dass die Muttersprache und auch die deutsche Sprache gefördert werden.

„Wir möchten bei den Eltern vor allem das Bewusstsein für Sprache fördern“, berichtete Karina Wionsek gestern Vormittag, als das Projekt in der Einrichtung am Erlenweg an den Start ging. Eltern hätten die Notwendigkeit erkannt, das Interesse sei groß, freute sich die Leiterin. Das Projekt stammt ursprünglich aus den Niederlanden und soll sowohl die Mehrsprachigkeit von Kindern fördern, als auch die Erziehungskompetenz der Eltern stärken.

Über einen Zeitraum von neun Monaten werden sich daher nun zehn Mütter regelmäßig treffen und zusammen mit der Elternbegleiterin Gülay Özsoy über die Themen sprechen, um die es im Kindergarten wiederum auch bei der Sprachförderung geht. „Wir werden zum Beispiel die gesunde Ernährung, das Thema ‘Mein Körper’ und auch die Themen Zahnpflege sowie Vorlesen ansprechen.“

Die gelernte Kinderpflegerin, die als Erzieherin in Werdohler Einrichtungen arbeitete und einen Lehrgang zur Durchführung des Rucksack-Projektes absolvierte, wird die Mütter, die am Kursus teilnehmen, bei der Sprachentwicklung ihrer Kinder anleiten. Begleitet wird das Projekt vom Kommunalen Integrationszentrum Märkischer Kreis.

Özsoy unterhält sich mit den Teilnehmerinnen des Kurses auf Türkisch. Auch zu Hause sprechen die Mütter mit ihren Kindern meist türkisch – oft, weil sie selbst kein oder nur etwas Deutsch können. Mit dem Konzept zur Entwicklung der Sprachkompetenz und der Elternbildung soll daher sowohl die Muttersprache zu Hause ebenso wie die deutsche Sprache gefördert werden.

Durch das Programm lernen die Eltern, sich aktiv mit ihren Kindern zu beschäftigen. Lerninhalte und der zu Hause eingeübte Wortschatz werden dann in deutscher Sprache im Kindergarten wiederholt, „das alles soll dazu beitragen, dass die Kinder auch die deutsche Sprache schneller und vor allem gut lernen“, so Özsoy. Allen Teilnehmerinnen erhalten am Ende des Kurses ein Zertifikat. Das Rucksack-Projekt wird auch in der Kita Gerne Groß durchgeführt.

Von Simone Benninghaus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare