Projekt zur Gentechnik in der Gesamtschule

Dr. Uwe Gotthardt und eine Schülergruppe überprüfen den ersten Teil ihres Experimentes.

WERDOHL ▪ In der Albert-Einstein-Gesamtschule fand gestern ein ganztägiges Projekt zur Gentechnik statt. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie der Jahrgangsstufe 12 führten unter Leitung ihres Fachlehrers Dr. Uwe Gotthardt ein gentechnisches Experiment mit Bakterien durch.

Ziel des Versuches war es, in E. coli-Bakterien ein Gen einzuschleusen, das sie zur Verarbeitung des Nährstoffes Laktose benötigen. Erfolgreich gentechnisch veränderte Bakterien waren im Verlauf des Projekttages an den blauen Bakterienkolonien (Blue Genes) auf den Nährbodenplatten zu erkennen.

Eigens für dieses Projekt wurde an der AEG ein naturwissenschaftlicher Unterrichtsraum in ein „Gentechnik-Labor“ verwandelt, in dem unter halbsterilen Bedingungen gearbeitet werden konnte. Die Teilnehmer des Leistungskurses konnten hier – aufgeteilt in vier Gruppen – ihre in der Theorie erworbenen Kenntnisse praktisch anwenden und waren „mit ungeheurer Motivation bei der Sache“, so Dr. Uwe Gotthardt. Der Theorie-Komplex sei durch diesen Praxisteil wesentlich verständlicher, so der Fachlehrer.

Neben den Teilnehmern des Leistungskurses hatte Dr. Gotthardt (zugleich auch Fachleiter für Biologie am Studienseminar in Hagen) seine elf Biologie-Referendarinnen und Referendare eingeladen, an diesem Projekt in der Gesamtschule teilzunehmen. Sie waren den Schülergruppen zugeordnet. Diese Kooperation zwischen Schule und seinem Seminar fand erstmalig statt.

Je nachdem welche Schwerpunkte die Referendare im Rahmen ihres Studiums an der Universität gewählt haben, sind sie mit solchen Versuchen mehr oder weniger vertraut. An der Gesamtschule in Werdohl sollten die angehenden Biologie-Lehrer dieses aufwändige Experiment praxisnah und unter Schulbedingungen kennenlernen.

Fachleiter Dr. Gotthardt zeigte sich davon überzeugt, dass die künftigen Biologielehrer aufwändige und anspruchsvolle Experimente, wie etwa den Blue Genes- Versuch, im Rahmen ihrer Referendarsausbildung unter Schulbedingungen selbst durchführen müssen, damit sie sich später selbst mit eigenen Schülergruppen daran wagen.

Möglich wurde die Durchführung dieses Projektes nur durch eine Finanzspritze des Fonds der chemischen Industrie. Allein die Verbrauchsmaterialien kosten etwa 400 Euro. Die Grundausstattung wurde der Gesamtschule vor Jahren auch vom Fonds der chemischen Industrie kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ob das Experiment erfolgreich war, kann erst heute durch die Gruppe ausgewertet werden. Alle Beteiligten sind deshalb schon gespannt, ob dann blaue Bakteriekolonien zu sehen sind. –-ka

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