Probleme trotz Ausweises

Der alte Ausweis hat ausgedient, nur der neue besitzt Gültigkeit. Wer auf den ausgewiesenen Flächen ohne diesen parkt, muss damit rechnen, dass Ordnungsamtsmitarbeiter Ingo Müller und seine Kollegen ein Verwarngeld aussprechen. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Hellblau statt dunkelblau kommt er daher. Seit Jahresbeginn hat der neue Behinderten-Parkausweis den Vorgänger verdrängt. Und hinter reichlich Windschutzscheiben von Werdohler Autos klebt das Dokument bereits. Allein im vergangenen Jahr hat die Stadt 61 Behinderten-Parkausweise ausgestellt, in den fünf Jahren zuvor waren es zudem insgesamt 193.

Kein Wunder also, dass angesichts einer knappen Anzahl von speziell für Behinderte ausgewiesenen Parkplätzen die Stellflächen knapp werden. Hinzu kommt der Missmut über Falschparker.

„Ärgerlich für Behinderte ist, dass sehr oft die speziellen Parkplätze von Nicht-Behinderten benutzt werden“, erzählt Helmut Köhler, Wirt im Ütterlingser Krug. Häufig, aber nicht gerne hört er dann die Ausrede, dass man sofort wegfahre. „Das ärgert die Schwerbehinderten.“

Dass die Behinderten-Parkplätze meistens belegt sind, von diesen Klagen weiß auch Ordnungsamtsmitarbeiter Ingo Müller zu berichten. Er führt nicht nur Buch darüber, wie viele Werdohler einen Ausweis ausgestellt bekommen, sondern hört während der Beantragung auch reichlich Klagen über die Parksituation für Behinderte. Daher seien neben den Feuerwehrzufahrten besonders die speziell ausgewiesenen Parkflächen im Blick. „Das Ordnungsamt kontrolliert das verstärkt.“

Eher durch Zufall ist in dieser Woche ein Missbrauch aufgeflogen. Während Müller unterwegs war, bemerkte der Stadtmitarbeiter Personen auf einem Behindertenparkplatz, die fit wirkten. Auch die Ausrede, den Behinderten kurz zuvor abgesetzt zu haben, zog nicht. Müller zog die besondere Parkberechtigung ein. „Die waren ein bisschen sauer.“ Dabei könnte ein Missbrauch richtig teuer werden. Ein bayerisches Strafgericht hätte 1500 Euro wegen des Missbrauchs von Ausweispapieren ausgesprochen.

Auch da vereinzelt sogar Behindertenparkausweise aufgrund einer früheren unbefristeten Gültigkeit „vererbt“ wurden, liegt die Gültigkeit des Ausweises in der Regel nun bei längstens fünf Jahre. Die alten Parkausweise, die vor dem 1. Januar 2001 ausgestellt wurden, haben ihre Gültigkeit mit Jahresanfang verloren. „Wer noch im Besitz des alten Parkausweises ist, sollte möglichst zügig die Ausstellung des neuen Parkausweises nach europäischem Muster beantragen“, rät die Stadt. Die persönlichen Informationen sind auf diesem auf der Rückseite zu finden, sodass diese nicht sofort sichtbar sein sollen. ▪ Marco Fraune

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