Problem Elterntaxis: Bus-Projekt soll für Veränderung sorgen

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Morgens gibt es häufig Verkehrsprobleme vor den Grundschulen. Hier vor der St.-Michael-Schule.

Werdohl - „Mit dem Elterntaxi ist jetzt Schluss, ab heute fahren wir im Bus!“ – Nach erfolgreichem Auftakt im vergangenen Jahr in Menden, finden unter diesem Motto die Projekttage der Bus-Schule 2019 in Werdohl statt.

Am Dienstag, 21. Mai, an der Martin-Luther-Schule und am Donnerstag, 23. Mai, an der Gemeinschaftsgrundschule mit den Standorten Königsburg und Kleinhammer dreht sich alles um das Thema „Sicherheit im Straßenverkehr“. 

Die Veranstaltung soll Kindern Mut machen, ihren Schulweg eigenverantwortlich mit anderen Kindern im Bus zu meistern. Wichtig ist auch, die Eltern zu überzeugen, dass ihre Kinder dafür selbstständig genug sind. 

Vor allem Probleme vor Grundschulen

„In den vergangenen Jahren hat sich, insbesondere an den Grundschulen, das Thema Elterntaxi zu einem Problem entwickelt“, weiß Diana Czech vom Märkischen Kreis. Sie ist Geschäftsführerin des Arbeitskreises Verkehrssicherheit, der aus Vertretern der drei Verkehrswachten im Märkischen Kreis (Iserlohn, Lenne-Volme und Lüdenscheid), Vertretern der Polizei und des Märkischen Kreises besteht und das Projekt ins Leben gerufen hat. 

Durch das Zusammenlegen von Grundschulstandorten müssten viele Kinder inzwischen einen Schulweg zurücklegen, der zu Fuß nicht zumutbar sei. „Gepaart mit der Sorge, ihrem Kind könne auf dem Schulweg etwas zustoßen, bringen Eltern ihre Kinder sicherheitshalber selbst mit dem Auto – am liebsten ,bis ins Klassenzimmer’“, heißt es in der Mitteilung des Märkischen. 

Verstopfte Zufahrtswege

Das Sicherheitsgefühl der Eltern werde so zwar zunächst befriedigt, „allerdings nehmen sie damit den Kindern die Möglichkeit, die eigenverantwortliche Teilnahme am Straßenverkehr zu erlernen“, schreibt der Kreis weiterhin.

„Hinzu kommt, dass die Elterntaxis in den Morgenstunden die Zufahrtswege zu den Schulen verstopfen und so das Fortkommen für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer erschweren, wenn nicht sogar gefährden“, meint Czech. 

MVG ist mit im Boot

Dieser Entwicklung soll mit der Bus-Schule entgegengewirkt werden, bei der die Märkische Verkekehrsgesellschaft (MVG) eine entscheidende Rolle übernimmt. Im Rahmen der Veranstaltung werden Gefahrenstellen an der Haltestelle und am Bus demonstriert sowie Sicherheitseinrichtungen erläutert. So werden zum Beispiel der „tote Winkel“ oder das richtige Verhalten während eines Bremsmanövers erklärt. 

Unterstützt wird dieser Tag von der Verkehrswacht Lenne-Volme mit Verkehrssinntrainer und Sehtest, sowie von den Bezirksbeamten der Polizei, die eine Anhalteaktion durchführen werden. 

Immer wieder Kontrollen

Von Problemen mit Elterntaxis vor Werdohler Schulen hatte im November vor allem Christel Kringe, damalige Leiterin der St.-Michael-Grundschule berichtet. „Wenn es regnet, steigen einige Eltern mit ihren Kinder aus. Sie begleiten sie – mit aufgespanntem Regenschirm – von der Mittelstraße bis hinunter zum Eingang der Schule. Das Auto steht währenddessen im schlimmsten Fall mit laufendem Motor mitten auf der Fahrbahn“, sagte die mittlerweile im Ruhestand befindliche Kringe. Neue Schulleiterin ist seit wenigen Wochen Maria Apprecht. 

Obwohl von der Stadt durch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie auch durch die Polizei vor den Schulen häufiger kontrolliert wird, stellte Kringe im November weiterhin fest: „Nein, die Situation hat sich leider nicht verbessert, eher ist das Gegenteil der Fall. Es herrscht hier nach wie vor Verkehrschaos.“ 

Hier soll das Projekt des Märkischen Kreises und der MVG jetzt ansetzen und versuchen eine Veränderung der Situation an den Werdohler Grundschulen herbeizuführen.

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