"Prinzip Hoffnung": Zukunft der Gesamtschule weiter offen 

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Die Albert-Einstein-Gesamtschule steht vor einer ungewissen Zukunft.

Werdohl - „Man lebt vom Prinzip Hoffnung“, stellt Reinhard Schulte fest. Die Frage nach der Zukunft der Schule am Riesei wird der Leiter der Albert-Einstein-Gesamtschule interessierten Eltern auch am kommenden Samstag, dem Tag der offenen Tür, nicht zufriedenstellend beantworten können.

Im Juli hatte Werdohls Fachbereichsleiter Michael Grabs auf eine scheinbar mögliche Lösung für das Schulproblem, beziehungsweise die sinkenden Schülerzahlen, hingewiesen. Im Gespräch mit der Redaktion verwies er auf Inhalte des Koalitionsvertrags auf Landesebene zwischen CDU und FDP. Demnach plane die Koalition, die örtlichen Schulträger dazu zu ermächtigen, Schwerpunktschulen für Inklusion zu bestimmen.

Grabs zeigte die Möglichkeit auf, die Gesamtschule als eine solche Schwerpunktschule zu benennen – und somit deren Erhalt ebenso zu sichern, wie den der Realschule als Halbtagsschule am Köstersberg.

Inklusion wohl kein Rettungsanker

„Ich hatte das nie als Rettungsanker für unsere Schule gesehen“, sagt Schulte. Bisher gebe es zu diesem Thema weder einen offiziellen Erlass noch eine Stellungnahme. „Im Ministerium hat man sich zunächst auf den Bereich G8/G9 konzentriert“, stellt der Schulleiter fest. Dennoch seien bereits einige Informationen durchgesickert: „Nach dem, was ich gehört habe, geht es bei der Ausweisung von Schwerpunktschulen nicht um Gesamtschulen, sondern ausschließlich um Gymnasien.“ Demnach könnten bestimmte Gymnasien als Schwerpunktschulen für Inklusion benannt werden, so dass andere Gymnasien entlastet würden.

„Die Gesamtschule hat ohnehin schon ein sehr breites Aufnahmespektrum“, stellt Schulte fest – und verweist auf 41 Inklusionsschüler, die am Riesei unterrichtet würden. Das sei mit Herausforderungen verbunden, die ab dem 1. Dezember noch größer würden: „Dann müssen wir mit eineinhalb Lehrkräften in diesem Bereich auskommen.“ Eine Pädagogin der AEG sei zukünftig mit einem halben Stellenanteil als Inklusionsfachberaterin beim Schulamt in Lüdenscheid tätig. „Das freut mich einerseits, anderseits wird es für uns somit nicht leichter“, sagte Schulte.

„Glaube nicht an vier Eingangsklassen“

Aus Sicht des Schulleiters ist der Bestand der Gesamtschule nach der aktuellen Sachlage auf Dauer nur gesichert, wenn es gelingen würde, wieder vier Eingangsklassen am Riesei zu bilden. „Und daran glaube ich nicht“, sagt Schulte. Denn dann müssten circa 100 Fünftklässler für das neue Schuljahr angemeldet werden.

Gerade die Entscheidung, den Sohn oder die Tochter an der Gesamtschule anzumelden, werde den Eltern aber schon seit längerer Zeit erschwert: „Es ist für niemanden befriedigend, wenn es keine Aussage zur Zukunft der Schule gibt.“

In dieser Situation zähle leider auch im Prinzip nicht, dass die Werdohler Gesamtschule im Oberstufenbereich einen regen Zulauf zu verzeichnen hat. Reinhard Schulte: „Die Zahlen im Eingangsbereich müssen stimmen.“

Der Tag der offenen Tür für die Sekundarstufen I und II der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) beginnt am Samstag, 2. Dezember, um 10 Uhr. Eingeladen sind alle Schüler, die im nächsten Schuljahr in die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule wechseln oder ihre Schullaufbahn in der gymnasialen Oberstufe der Gesamtschule fortsetzen wollen, mit ihren Eltern. Neben Schulführungen wird es Mitmachangebote in verschiedenen Fächern geben. Schulleiter Reinhard Schulte sowie die Abteilungsleiter Sven Stocks und Konrad Pewny stehen für Fragen zur Verfügung. Zudem findet ab 11 Uhr im Festsaal der Weihnachtsbasar der AEG statt, ab 12.15 Uhr ist ein Programm mit Gesang und Musik, sportlichen Aufführungen und weihnachtlichen Darbietungen geplant.

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