Zwölf Älteste bestimmen den Kurs der Gemeinde mit

„Aufkreuzen“ lautet das Motto der Kirchenwahl, die am 14. Februar stattfindet.

Werdohl - In der Evangelischen Kirchengemeinde Werdohl werden die Karten komplett neu gemischt: Am Sonntag, 14. Februar, wählt die Gemeinde ein neues Presbyterium. Gewählt wird nach einer Gesamtvorschlagsliste für die ganze Kirchengemeinde, also unabhängig von den Pfarrbezirken.

Die Presbyterstellen wurden im Zuge der Umstrukturierung der Gemeinde von 18 auf nur noch zwölf reduziert. Um diese zwölf Stellen, die für die Dauer von vier Jahren zu besetzen sind, bewerben sich 17 Kandidaten. Die Wähler haben also eine echte Wahl, bei der höchstens so viele Namen angekreuzt werden, wie Presbyterstellen zu besetzen sind. Das war in der Vergangenheit nicht immer und nicht überall der Fall. Wenn sich nur so viele Kandidaten fanden, wie Plätze im Presbyterium zu besetzen wären, galten sie nach Kirchenrecht als gewählt. Alle 17 Werdohler Kandidaten stellen sich am Sonntag, 31. Januar, nach dem Gottesdienst (10.30 Uhr) in der Christuskirche noch einmal persönlich vor.

In der Evangelischen Kirche von Westfalen dürfen Jugendliche neuerdings bereits ab 14 Jahren an der Wahl der Gemeindeleitung teilnehmen. Bisher war dies erst ab 16 Jahren erlaubt. Nach einer im Herbst 2015 von der Landessynode in Bielefeld beschlossenen Gesetzesänderung ist außerdem die Zulassung zum Abendmahl künftig keine Voraussetzung mehr für das Stimmrecht bei Presbyteriumswahlen. Diese nun abgeschaffte Einschränkung gab es in keiner anderen Landeskirche in Deutschland.

Die Mitglieder des Presbyteriums, auch Kirchenälteste genannt, tragen gleichberechtigt mit den Pfarrern echte Leitungsverantwortung. Sie sind verantwortlich für die Gestaltung des Gemeindelebens. Das gewählte Presbyterium entscheidet über Finanzen, Stellenbesetzungen und Verwaltungsaufgaben, es begleitet die Gemeindeentwicklung und ist verantwortlich für die Verkündigung des Wortes Gottes und den gesamten Dienst der Gemeinde. Gefragt sind also vielerlei Gaben, Fähigkeiten und Kompetenzen – ob Pädagogik, Kreativität und Fantasie, Organisationsentwicklung, Bauwesen oder Finanzen.

Gemäß der presbyterial-synodalen Ordnung, nach der sich die Kirche demokratisch von unten aufbaut, ist das Presbyterium auch an der Gesamtleitung der Evangelischen Landeskirche beteiligt: Es entsendet Vertreter in die Kreissynode des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, die wiederum Abgeordnete für die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen beruft. In allen Leitungsorganen stellen Nicht-Theologen die Mehrheit.

„Ich bin dankbar für die vielen Menschen, die in den Gemeinden ihre Fähigkeiten, ihr Können, ihre Zeit, Kraft und Energie einbringen. Das ist ein großer Reichtum, denn unsere Evangelische Kirche von Westfalen wird von Presbyterien und Synoden geleitet und nicht von Pfarrern und Bischöfen“, erklärt Präses Annette Kurschus, leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Die Kirchenordnung fußt auf dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen, die ihre Gemeinde verantwortlich mitgestalten. Die Evangelische Kirche baut sich von den Gemeinden her auf.“

Die Kirchenwahl findet in Werdohl am Sonntag, 14. Februar, im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst in der Christuskirche statt.

Gemeindeglieder, die am Wahltag ihre Stimme nicht persönlich abgeben können, haben die Möglichkeit der Stimmabgabe per Briefwahl. Die Anträge auf Ausgabe von Briefwahlunterlagen müssen spätestens 48 Stunden vor dem 14. Februar beim Presbyterium beziehungsweise im Gemeindebüro eingegangen sein.

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