Praktische Tipps zur Sprachförderung

+
Eine türkische Kindergeschichte lasen Zeynep Patan und Silke Wiederspahn-Hopmann gestern zur Begrüßung der Eltern in der Kindertagesstätte Funkenburg vor. ▪

WERDOHL ▪ Zu einem besonderen Nachmittag kamen einige Eltern in die Kindertagesstätte Funkenburg. Zweisprachig erläuterten die Erzieherinnen Silke Wiederspahn-Hopmann und Zeynep Patan unter dem Motto „Wie kann ich meinen Kind helfen“, wertvolle Tipps zur Sprachförderung bei Kindergartenkindern.

Mit einer türkischen Kindergeschichte begrüßte Silke Wiederspahn-Hopmann die türkischstämmigen Eltern in der Einrichtung. „Die Reise zum blauen See“ oder „Mavigö‘l Yolculuk“ heißt das Buch, das ihre Kollegin Zeynep Patan aus ihrer eigenen Kindheit kennt. Schon damit sollten eventuell vorhandene Schranken abgebaut werden.

„Wir wollen wirklich etwas tun, anstatt nur darüber zu reden“, betonte die Einrichtungsleiterin im Vorfeld des nachmittäglichen Elternseminars. Mit einem eigenen Programm versuchen die Erzieherinnen der Funkenburg jetzt schon etwaige Versäumnisse bei der Sprachbildung aus den ersten drei Lebensjahren aufzufangen. Dort stehen Artikulation, Wortschatz und Grammatik im Mittelpunkt. Dieses sogenannte Konlab-Programm ist nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch für sprachentwicklungsverzögerte deutschsprachige Kinder geeignet. „Da müssen wir die Gruppen dann nicht trennen“, beschrieb Wiederspahn-Hopmann den Vorteil. Allerdings wollten die Erzieherinnen den Eltern gestern vor allem praktische Tipps für die Spracherziehung zu Hause an die Hand geben.

„Dem Kind ein Vorbild sein“, also auch selbst mal Deutsch zu sprechen, war eine Regel, die die Erzieherinnen aufstellten. Dafür bekommen die Eltern derzeit schon einmal pro Woche eine kleine Aufgabe gestellt. „Zur Zeit sprechen wir über gesunde Ernährung. Also hieß die konkrete Aufgabe, mit dem Kind über Obst und Gemüse zu sprechen“, erklärte die Leiterin. „Dafür sind uns die Eltern richtig dankbar.“

Wichtig sei dabei aber auch klare Strukturen zu bewahren. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein Elternteil mit dem Kind nur deutsch und der andere nur türkisch spricht. „Wenn das nicht klappt, können auch feste Deutschzeiten am Tag helfen“, erläuterte Wiederspahn Hopmann. „Und es funktionert“, wusste ihre Kollegin Zenyep Patan aus eigener Erfahrung zu berichten.

Weitere Hilfe gibt es auch in der Werdohler Stadtbücherei. Ein ganzer Stapel zweisprachiger Kinderbücher (türkisch-deutsch) liegt dort vor und wurde den Eltern gestern Nachmittag von den Erzieherinnen der Funkenburg vorgestellt. ▪ David Schröder

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare