Praktikum als erster Schritt zum Traumberuf

Am Ende seines Praktikums bei Vossloh konnte Jamiro Schweizer einen selbst gestalteten Flyer vorweisen.

WERDOHL ▪ In diesem Frühjahr haben – wie immer um diese Zeit – rund 40 Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 der Realschule Werdohl im Rahmen eines Betriebspraktikums für drei Wochen Einblick in das Berufsleben nehmen können. Am Freitag – mit Beginn der Osterferien – endete diese Maßnahme.

Für die Schulabgänger 2011, so formulierte es Michael Stemski, der Koordinator für die Berufsvorbereitung der Realschüler, „ist es eine intensive und wichtige Phase der Berufsfindung, denn ab Sommer geht es in manchen Berufen bereits mit den Bewerbungsfristen los und so mancher hinterlässt während des Praktikums bereits einen so positiven Eindruck, dass die Unternehmen eventuell auch mit einem Ausbildungsplatz locken“.

Für andere, so weiß Stemski aus Erfahrung, seien die gewonnenen Eindrücke auch dahingehend wichtig, dass die Arbeit während der drei Wochen zwar Spaß gemacht habe, der Beruf selbst aber dann doch nicht der richtige sei. Noch sei also Zeit zur Umorientierung.

Manche Unternehmen empfehlen nach Stemskis Darstellung auch ein zweites Praktikum – zum Beispiel in den Ferien, um etwas Neues auszuprobieren oder den bestehenden Kontakt auszubauen. Mit der Firma Vossloh sei sogar vereinbart, nach dem Sommer ein einwöchiges Praktikum für einen Schüler während der Schulzeit anzubieten. Die Realschule zeige sich demgegenüber offen, um die Chancen für Bewerber zu verbessern.

Zur Betreuung der zwei Neuner-Klassen sind insgesamt fünf Lehrerinnen und Lehrer unterwegs gewesen, um die Praktikanten – die „ihre“ Firma bereits fünf Monate vorher eigenverantwortlich nach den jeweiligen Neigungen ausgesucht hatten – in den Betrieben zu besuchen; zumeist in Werdohl und Neuenrade aber auch in Lüdenscheid, Hagen oder Attendorn und Lennenstadt.

Von Norbert Jardzejewski (technischer Ausbilder bei der Vossloh AG) war zu hören, dass Realschüler gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben. Von den zwei Praktikanten bei Vossloh hat sich aber bei einem herausgestellt, dass ihm die nötige Reife und das entsprechende Verhalten fehlten, um die drei Wochen erfolgreich zu absolvieren.

Bei Vossloh durchliefen die Praktikanten mehrere Abteilungen und lernten dadurch mehrmals neue Mitarbeiter und Arbeitsvorgänge kennen. Hier waren die Anforderungen entsprechend hoch, und die Koordinatorin Nina Greitemann gab sich alle Mühe, den Verlauf und die praktische Arbeit der Schüler zu organisieren. Jamiro Schweizer war in der letzten Praktikumswoche in der Marketingabteilung bei Vossloh und zeigte Michael Stemski abschließend seinen Entwurf für einen Flyer. „Hier im Marketing sind die Mitarbeiter und Arbeitsatmosphäre locker, aber ich durfte vieles selbstständig machen und konnte viel lernen“, so das Fazit des Schülers.

Beim Architekturbüro Schnabel in Neuenrade lernte Maria Kamenuk das Arbeitsfeld der Architektin kennen. Ihre kreativen Fähigkeiten und ihr künstlerisches Interesse halfen ihr, komplexe Grundrisse zu zeichnen. Sie entwarf ihr eigenes Traumhaus und hinterließ bei den Architekten einen sehr positiven Eindruck. Im Gespräch vor Ort stellte sich dann für Maria heraus, dass noch einige Jahre vergehen werden, bis sie ihren Traumberuf ausüben könnte: Drei Jahre weiterführende Schule bis zum Abitur und ein etwa fünfjähriges Studium. Maria wird es wohl anpacken.

Für Yannick Hafner ist Koch der Traumberuf. Wer schafft es schon, sein Hobby zum Beruf zu machen – Yannick hat es vor. Er kam sehr gut mit den Mitarbeitern im Hotel Kaisergarten in Neuenrade zurecht und arbeitete intensiv mit. Bei einer Großveranstaltung der IG Metall im großen Saal, für die mehr als 1 000 Schnittchen am Vormittag belegt werden mussten, trug Yannick seinen Teil bei. Er ist sich bewusst, dass dieser Beruf nicht nur angenehme Seiten hat: die Arbeitszeiten gehen zumeist bis in den späten Abend hinein und auch an Feiertagen ist Einsatz gefragt. ▪ -ka

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