Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“

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Eine Jugendliche wird von einem Wildfremden belästigt: Auch solche Spielszenen nutzten Susanne Dieterich und Andreas Gilles von der Theaterpädagogischen Werkstatt GmbH in Osnabrück, um den Kindern ihre Botschaft näher zu bringen.

WERDOHL ▪ „Nein!“ Die Schauspielerin und Theaterpädagogin Susanne Dieterich brüllt dieses Wort ins Klassenzimmer. Gerade ist sie in die Rolle einer Jugendlichen geschlüpft, die im Bus von einem Wildfremden in den Arm genommen wird.

Dass sie ihr „Nein-Gefühl“ so klar und deutlich ausgedrückt hat, ist für Susanne eine Wohltat: „Ich fühle mich spitze,“ verkündet sie lachend. Die Viertklässler der Städtischen Evangelischen Grundschule Werdohl haben die Spielszene gespannt verfolgt – und die Botschaft verstanden: „Es ist ganz wichtig, ,Nein’ zu sagen.“

Am Dienstag haben Dieterich und ihr Kollege Andreas Gilles den ersten von insgesamt drei Teilen des Theaterpädagogischen Präventionsprogramms „Mein Körper gehört mir!“ in einem Raum der Grundschule Kleinhammer präsentiert. Neben den Viertklässlern die diese Schule besuchen, haben auch die vierten Klassen der Evangelischen Grundschule Werdohl teilgenommen. „Wenn wir zum dritten Mal kommen, sind wir den Kindern schon vertraut“, stellt Gilles fest. Das sei auch ganz wichtig. „Inhaltlich gibt es jedes Mal eine Steigerung“, sagt Susanne Dieterich und beschreibt: „Heute geht es darum, das Ja- und das Nein-Gefühl bewusst wahrzunehmen und um das Recht, Nein zu sagen.“ Beim zweiten Teil stehe sexueller Missbrauch durch Fremdtäter im Mittelpunkt, beim dritten Teil gehe es dann um Missbrauch innerhalb der Familie.

Spielszenen und Dialoge mit dem jungen Publikum nutzen die Theaterpädagogen, um ihre Botschaften zu vermitteln. Zwischendurch hatten die Viertklässler Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen. So ärgerten sich einige Kinder über das typische „Küsschen“ beim Besuch der Tante oder eines anderen Verwandten. Hier sei das „Nein-Sagen“ zwar oftmals schwierig, aber trotzdem unbedingt notwendig. Dieterich: „Sonst geht es euch nicht gut. Außerdem ist es auch wichtig, dass die anderen Menschen Bescheid wissen. Nur ihr wisst, wie ihr euch fühlt.“

Der Text der ersten Strophe des „Körpersongs“, die Gilles und Dieterich zwischendurch einige Male mit den Kindern anstimmten, sorgt dafür, dass der Grundgedanke des Präventionsprogramms im Gedächtnis bleibt. Der Refrain: „Mein Körper gehört mir allein. Du bestimmst über deinen – und ich über meinen.“ ▪ cwi

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