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Postauto brennt: Briefe und Pakete aus dem MK vernichtet

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Von: Volker Heyn

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Post-Filialverantwortliche Claudia Middermann-Vikic (links) und ihre Mitarbeiterin Laura Ingargiola müssen in diesen Tagen zahlreichen Kundinnen und Kunden erklären, dass ihre Briefe auf dem Weg nach Hagen verbrannt sind. Von dem Unfall am 14. Februar in Hagen hatten sie erst mit mehr als einer Woche Verzögerung auf eigene Nachfrage bei der Post erfahren.
Post-Filialverantwortliche Claudia Middermann-Vikic (links) und ihre Mitarbeiterin Laura Ingargiola müssen in diesen Tagen zahlreichen Kundinnen und Kunden erklären, dass ihre Briefe auf dem Weg nach Hagen verbrannt sind. Von dem Unfall am 14. Februar in Hagen hatten sie erst mit mehr als einer Woche Verzögerung auf eigene Nachfrage bei der Post erfahren. © Heyn, Volker

Mehrere hundert Briefsendungen und Pakete aus Werdohl und Plettenberg sind am 14. Februar bei einem Brand in einem Postauto in Hagen-Dahl unwiederbringlich verloren gegangen.

Erst eine gute Woche später erfuhr die Werdohler Post-Filialverantwortliche Claudia Middermann-Vikic davon. Und das auch nur, weil sich Postkunden in ihrer Filiale in der Freiheitstraße nach ihren verschüttgegangenen Briefen erkundigten.

Middermann-Vikic und ihre Kolleginnen wurden in ihrer kleinen Poststelle neben der Stadtapotheke von Horst Jakobi regelrecht mit Anfragen überschüttet. Da die Postkundschaft nicht direkt in einer Filiale anrufen kann, machten sich Menschen wie der Werdohler Dietmar Boß auf, um sich nach dem Verbleib der Einladungen für die Goldhochzeit zu erkundigen.

Komplette Post des 14. Februar verbrannt

Bis Ende der Woche konnte Middermann-Vikic auch Dietmar Boß keine Antwort geben. Als sich die Filialverantwortliche selbst bei der Post nach dem Verbleib der Briefe ihrer Kundinnen und Kunden erkundigte, bekam sie am Montag, 22. Februar, um 14.30 Uhr eine Antwort: Die komplette Post des 14. Februar sei bei einem Brand in einem Postfahrzeug auf der B 54 in Hagen-Dahl kurz hinter Rummenohl verbrannt.

Das Foto zeigt den Container eines Lkw mit Werdohler Post, der am 14. Februar auf der B54 in Hagen Ecke Dahler/Prioreier Straße in Brand geriet.
Das Foto zeigt den Container eines Lkw mit Werdohler Post, der am 14. Februar auf der B54 in Hagen Ecke Dahler/Prioreier Straße in Brand geriet. © Polizei Hagen

Dieses Ereignis bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion die Hagener Polizei. Am besagten Montag, 14. Februar, hatte um 17.20 Uhr ein Zwölftonner im Auftrag der Post am Übergang der Dahler Straße in die Prioreier Straße angehalten. Der Fahrer hatte bemerkt, dass sich in seinem Lkw Brandgeruch entwickelt hatte. Die Hagener Feuerwehr war rasch zur Stelle, die Polizei nahm den Unfall auf. Von den mehreren Containern in dem Postauto war genau ein Container in Brand geraten. Die Polizei vermutet, dass in einer der Sendungen Batterien transportiert wurden, die von selbst in Brand gerieten. Der Inhalt des Containers mit der Werdohler Post wurde durch diesen „technischen Defekt“ total zerstört. Alle anderen Container und das Fahrzeug selbst blieben unbeschädigt, der Fahrer konnte das Postauto weiter zur Verteilstelle in Hagen steuern.

Einladungen sind niemals angekommen

Verbrannt sind darin unter anderem auch die Einladungen von Dietmar Boß. Er hatte einen Schwung dieser eigens gedruckten Briefe schon am Sonntag, 6. Februar, in den Briefkasten am Kettling geworfen. Auch diese Sendungen sind niemals bei den Adressaten angekommen. „Von der Verwandtschaft kam keine Reaktion, da habe ich am 14. Februar die restlichen Einladungen zur Post in die Werdohler Filiale gebracht“, so der Rentner. Zunächst hatte er sich durchs Internet gekämpft, um bei der Post online einen Nachforschungsantrag zu stellen. Eine Bestätigung seiner Eingabe hat er auch bekommen: „Man kriegt mitgeteilt, dass die Antwort bis zu 32 Tage lang dauert.“

Briefe und Pakete zerstört: Das sagt die Post zu dem Vorfall

Auf Anfrage der Redaktion äußerte sich Postsprecherin Jessica Balleer zu dem Vorfall. „Leider ist es am 14. Februar im Fahrzeug einer von Deutsche Post DHL beauftragten Speditionsfirma zu einem Brand gekommen. Der Transporter hatte Sendungen aus Plettenberg und Werdohl geladen und war auf dem Weg zum Briefzentrum Hagen“, so Balleer. Eine Paketsendung habe Feuer gefangen, durch den Brand seien einige, aber glücklicherweise nicht alle transportierten Sendungen in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir bitten Kundinnen und Kunden, deren Sendungen betroffen sind, um Entschuldigung“, sagt die Postsprecherin.

Die Feuerwehr und ein Tatortreiniger-Team haben die Sendungen begutachtet. Diese mussten anschließend zunächst tagelang in Quarantäne gelagert werden. Herausgekommen ist, dass sich in einem der Pakete leicht entzündliche Akkus befanden, die den Brand verursacht haben. „Gemäß der geltenden AGB von Deutsche Post DHL hätten diese nicht verschickt werden dürfen. Die Ergebnisse haben wir abgewartet, ehe Informationen herausgegeben werden konnten. Unsere Zustellkräfte in Werdohl und Plettenberg wurden informiert, sodass sie Kunden eine Auskunft geben können“, erklärt Balleer

Es handelt sich um ca. 300 Briefe und Pakete, die aufgrund der Kontaminierung mit giftigen Stoffen entsorgt werden mussten. Alle anderen Sendungen dieses Transports, die nicht betroffen waren, konnten wir zustellen.

„Wir raten Kunden“, so Balleer, „die eine Sendung vermissen, den Absender zu kontaktieren und einen Nachforschungsauftrag zu stellen (www.deutschepost.de/nachforschung). Für den Verlust versicherter Sendungen – wie etwa Einschreiben oder Pakete – kommt die Deutsche Post auf.“

Ähnliche Erfahrungen hat eine Leserin gemacht, die am 14. Februar rund 40 Rechnungen für einen Handwerksbetrieb aufgab. „Normalerweise kommt nach ein paar Tagen das Geld“, so die Frau. Auf Nachfrage in der Post-Filiale habe sie nur erfahren, dass sie nicht Einzige war, deren Briefe verschwunden sind. Der Redaktion ist bekannt geworden, dass auch sämtliche Abrechnungen eines großen Werdohler Industrieunternehmens auf diese Weise verloren sind.

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