CDU zerlegt Verwaltungsvorlage

Posse um Bahnhofsstiftung in Werdohl

Das Bahnhofsgebäude in Werdohl gehört der Stadt, verwaltet wird es über eine Stiftung. Im Gebäude sind die Wohnungsgesellschaft, das Bahnhofscafé Grote und einige städtische Kultur-Einrichtungen untergebracht.
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Das Bahnhofsgebäude in Werdohl gehört der Stadt, verwaltet wird es über eine Stiftung. Im Gebäude sind die Wohnungsgesellschaft, das Bahnhofscafé Grote und einige städtische Kultur-Einrichtungen untergebracht.

Die Frage der CDU nach dem städtischen Aufwand von etwa 30 000 Euro für die Bahnhofsstiftung hat zu einem fast schon satirisch wirkenden Auftritt während der Sitzung des Werdohler Rates am Montag geführt.

Mit wohlgesetzten Worten zerlegte CDU-Ratsherr Michael Schürmann eine Verwaltungsvorlage, die von der städtischen Juristin Regina Wildenburg verfasst worden war.

Die CDU hatte mit Antrag von November 2019 die Frage aufgeworfen, ob die Stiftung Werdohl Bahnhof noch finanztechnisch sinnvoll arbeite. Schürmann trug bei der Ratssitzung noch einmal die Motivlage der Christdemokraten vor. Bis zum Jahre 2018 seien bei der Stiftung rund 14 000 Euro Kosten als „interne Leistungsbezüge“ berechnet worden. Das seien Kosten zum Beispiel durch den Bauhof, die die Verwaltung mit sich selbst abrechne. Für die Jahre 2019 und 2020 stehen an dieser Position allerdings 30 000 Euro.

Wird teure Stiftungsstruktur noch gebraucht?

Schürmann formulierte die Frage einfach: „Warum sind das auf einmal 16 000 Euro mehr?“ Werde damit nicht nur der Bauhof, sondern auch Verwaltungsarbeit abgerechnet? Schürmann hält diesen Anteil im Verhältnis zum Gesamtaufwand der Stiftung für zu hoch. Die Frage der CDU sei deshalb in eine grundsätzliche Richtung gegangen. „Brauchen wir denn überhaupt diese sehr teure Stiftungsstruktur für den Bahnhof?“

In der von der Juristin Wildenburg verfassten Vorlage ist zur Frage nach den Kosten garnichts zu finden. Wildenburg spekuliere hingegen über die Motivlage der CDU, so Schürmann: „Wir hätten der Verfasserin auf Nachfrage gerne geantwortet.“ Schürmanns Erklärung triefte nur so vor so Süffisanz: „Wir haben hier ein elaboriertes Kleinod juristischer Formulierkunst bekommen.“

Kosten sollten reduziert werden

Der CDU ginge es darum, die Kosten zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund hätte man der Stadt gern die viele Arbeit und den großen Aufwand zur Erstellung dieser Vorlage erspart. Der Erkenntnisgewinn sei lediglich, dass die Stadt nicht allein über die Stiftung verfügen könne. Schürmann: „Offensichtlich können wir die Stiftung nicht abschaffen, aber was können wir denn tun, um 16 000 Euro Verwaltungskosten zu sparen?“ Diese Frage solle doch bitte im Zuge der nächsten Haushaltsplanberatung von der Verwaltung beantwortet werden.

Die Stiftung wurde damals nötig, weil die Firma Vossloh als Nachbar für ihre Spende an die Stadt zum Erwerb des Gebäudes eine Spendenquittung haben wollte. Am 25. Juni 2008 war deshalb die Stiftung Bahnhof Werdohl als örtliche unselbständige Stiftung unter treuhänderischer Verwaltung der Stadt ins Leben gerufen worden.

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