Poller-Lösung ist noch nicht vom Tisch

In Zusammenarbeit mit der Polizei sollen verstärkt Kontrollen in der Fußgängerzone stattfinden.

WERDOHL ▪ Um unerlaubte Fahrten in der Fußgängerzone zu unterbinden, forderte die SPD die Poller-Lösung. In der Abstimmung im Rahmen des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung setzten sich die Sozialdemokraten allerdings nicht durch.

Gleich zu Beginn der Diskussion erläuterte Thorsten Hänel den Standpunkt der Werdohler Bürger-Gemeinschaft (WBG): „Wir sollten energisch mit der Polizei zusammen arbeiten und den Verkehr verstärkt kontrollieren. Alles andere ist zu teuer.“ Das Kostenargument führte auch CDU-Politiker Michael Schürmann ins Feld. Aufgrund der Datenbasis sei der elektrische Poller eine „utopische Lösung“, betont er. Zur Erinnerung: Die Verwaltung hatte innerhalb von zehn Einzelmessung 127 Fahrten in der Werdohler Fußgängerzone registriert – wie viele dieser Fahrten unerlaubt stattfanden, konnten die Verantwortlichen den Kommunalpolitikern aber nicht mitteilen (wir berichteten).

Jürgen Neumann (FDP) sprach sich ebenfalls für Kontrollen und gegebenenfalls entsprechende Bußgelder aus: „Die müssen dann richtig weh tun.“

CDU-Ratsmitglied Dirk Middendorf gab zu bedenken, dass durch einen elektrischen Poller die Wege für die Anlieferung zu einzelnen Geschäften in der Fußgängerzone deutlich verlängert werde.

Die Sozialdemokraten blieben allerdings bei ihrer Forderung. „Der Verkehr muss raus, das sind wir den Fußgängern schuldig“, erklärte Cornelius Böttcher. Zudem zweifelte er die Kostenschätzung der Verwaltung an – demnach müssten für den Poller 10 000 bis 14 000 Euro gezahlt werden. „Aus anderen Städten habe ich andere Zahlen gehört“, sagte Böttcher.

Bürgermeister Siegfried Griebsch formulierte schließlich einen Beschlussvorschlag, dem sich die SPD-Vertreter nach dem Scheitern des eigenen Antrags anschließen konnten. Demnach sollen nun Messungen in Zusammenarbeit mit der Polizei – insbesondere auch tagsüber – erfolgen. Zusätzlich sollen betroffene Nutzergruppen – Anlieferer und Taxiunternehmer – direkt angesprochen werden. Die Verwaltung will zudem das Konzept mit allen Regeln für die Fußgängerzone vorlegen. Im Rahmen der nächsten Ausschusssitzung soll das Thema dann erneut auf die Tagesordnung gesetzt werden.

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