In Swimmingpool gefallen

Video nach Rettungsaktion in Werdohl: Hier erholt sich das kleine Reh

Polizei Märkischer Kreis

Werdohl - [Update 16.30 Uhr] Ungewöhnlicher Einsatz für die Beamten der Werdohler Polizeiwache am späten Montagabend: Gemeinsam mit einem Anwohner haben sie an der Borgheller Straße ein Reh gerettet, das in einen zugefrorenen Swimmingpool eingebrochen war.

Es war später Montagabend, Edward und Anna Ziebko hatten sich bereits ins Bett begeben, als die Ehefrau aus Nachbars Garten ungewöhnliche Geräusche hörte. Der Ehemann schaute nach und fand heraus, dass ein Reh in den Garten eingedrungen und aus irgendwelchen Gründen in das Schwimmbecken geraten war, aus dem es sich offensichtlich nicht selbst befreien konnte.

„Als ich in den Garten hinuntergegangen bin, habe ich mir schon fast so etwas gedacht“, berichtete Edward Ziebko, was ihm in den Minuten kurz vor Mitternacht durch den Kopf gegangen ist. In der Nachbarschaft gebe es ein ziemlich zugewachsenes Grundstück, auf dem sich des öfteren Rehe aufhielten, sagte er. Abends sei das oft ein ganz romantischer Anblick.

Reh strampelt im eiskalten Wasser

Nicht jedoch an diesem Abend. „Ich bin hingerannt und dann habe ich schon gesehen, was los war“, erzählte der 50-jährige Maschinenbau-Ingenieur. „Das Reh hatte schon die Eisdecke zertrampelt und strampelte in dem eisigen Wasser, das etwa einen Meter hoch in dem Becken stand.“ Schnell sei ihm klar gewesen: „Das Tier hat keine Chance, dort selbst herauszukommen.“

Mit verschiedenen Gegenständen aus dem Garten habe er zunächst versucht, das völlig entkräftete Wildtier aus seiner misslichen Lage zu befreien. Als auch der Versuch gescheitert sei, es mit Hilfe einer Leiter wieder „an Land“ zu holen, habe er schließlich die Polizei verständigt und gehofft, „dass die vielleicht die Feuerwehr mitbringen“. Die Streifenwagenbesatzung kam jedoch ohne weitere Helfer. Aber mit vereinten Kräften sei es schließlich gelungen, das verängstigte Tier aus dem Pool herauszuziehen. „Es hat am ganzen Körper gezittert und war vollkommen unterkühlt“, berichtete Edward Ziebko.

Anwohner päppelt Reh wieder auf

Die Streifenbeamten hätten nach dieser Rettungsaktion versucht, den zuständigen Jäger zu erreichen, damit der sich um das Tier kümmert, teilte die Polizei mit. Weil das nicht gelang, erklärte sich Edward Ziebko bereit, das Reh zunächst bei sich aufzunehmen und es wieder aufzupäppeln. „Wir haben es dann mit Decken zugedeckt in unserem Keller vor eine Heizung auf den Boden gelegt“, berichtete der 50-Jährige, welche Maßnahmen er und seine Frau ergriffen haben.

Haus mit Pool nicht bewohnt

Im warmen Keller der Ziebkos hat das Wildtier dann die Nacht zu Dienstag verbracht – und offenbar ist ihm das ganz gut bekommen. „Morgens um 7 Uhr war es schon wieder ganz munter und überhaupt nicht mehr panisch“, erzählte Edward Ziebko. Kurze Zeit später sei es dann aber durch die geöffnete Kellertür in die Freiheit entsprungen.

Den Swimmingpool in Nachbars Garten will Ziebko nun besser im Auge behalten und sich darum kümmern, dass kein Wasser mehr darin steht. „Das Haus ist seit einiger Zeit nicht mehr bewohnt“, erklärt er, warum sich offenbar niemand darum kümmert.

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