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Polizei und Ordnungsamt rechnen mit weiteren Corona-Protesten

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Von: Volker Griese

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Zu „Montagsspaziergängen“ rufen Impfskeptiker und Querdenker mittlerweile in vielen Städten im Märkischen Kreis auf. Ähnlich wie in Lüdenscheid (Foto) fanden auch in Werdohl bereits zwei Protestmärsche statt.
Zu „Montagsspaziergängen“ rufen Impfskeptiker und Querdenker mittlerweile in vielen Städten im Märkischen Kreis auf. Ähnlich wie in Lüdenscheid (Foto) fanden auch in Werdohl bereits zwei Protestmärsche statt. © Cedric Nougrigat

Bereits zwei Mal, am 3. und am 10. Januar, haben sich Impfskeptiker und Kritiker der Coronaschutzmaßnahmen in Werdohl zu so genannten „Spaziergängen“ getroffen. Die Polizei rechnet mit weiteren Protestmärschen, auch das Ordnungsamt ist in Bereitschaft.

Werdohl ‒ Die bisherigen „Spaziergänge“ waren nicht als Demonstrationen angemeldet. Die Polizei hatte die Szene allerdings im Blick und war vorbereitet, hat die Teilnehmer auf ihrem Weg durch die Innenstadt begleitet. Auch das Ordnungsamt hatte Begleiter abgestellt. Beide Ordnungsbehörden haben eine gegenseitige Unterstützung vereinbart.

Auch für Montag, 17. Januar, rechne die Polizei wieder mit einem Protestmarsch, sagte Volker Bootz, der Leiter der Werdohler Polizeiwache, auf Nachfrage. Konkrete Anhaltspunkte gebe es zwar nicht („Die melden das ja nicht an.“), aufgrund von Aussagen, die Beamte am Rande des „Spaziergangs“ am vergangenen Montag aufgeschnappt hätten, und aufgrund anderer Erkenntnisse, sei aber zu erwarten, dass sich die Gruppe am Montagabend wieder auf den Weg machen werde.

Für den Außendienst des Ordnungsamtes bedeute das, dass die Arbeitszeiten angepasst werden müssten, sagte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachfrage. Ein späterer Dienstbeginn und längere Dienstzeiten seien für die betroffenen Mitarbeiter dann notwendig. Wie hoch der Aufwand ist, den das Ordnungsamt für die Begleitung der Umzüge treiben muss, sei nicht zu beziffern, sagte Mentzel.

Auch wenn die Teilnehmer keinen Mund-Nase-Schutz tragen, verstoßen sie nicht unbedingt gegen die Coronaschutzverordnung. „Da in Werdohl keine Bereiche festgelegt wurden, wo allgemein eine Maskenpflicht besteht“, habe das Ordnungsamt bisher keine Verstöße feststellen können, erklärte Mentzel. „Die Teilnehmer wurden in der Vergangenheit lediglich darauf hingewiesen, den Fahrzeugverkehr nicht zu stören und die Bürgersteige zu benutzen.“

Auch sind die Proteste in Werdohl bisher friedlich verlaufen. Polizeichef Bootz hofft, dass das so bleibt. „Wir müssen das aber im Auge behalten und beobachten, was passiert, wenn tatsächlich die Impfpflicht eingeführt wird.“ Dann, so Bootz, könne es sein, dass sich der Ton verschärfe. Auf jeden Fall wollen Polizei und Ordnungsamt weiter Hand in Hand arbeiten.

Am Montag finde eine weitere Videokonferenz mit der Kreispolizeibehörde statt, sagte Ordnungsamtsleiterin Mentzel. Darin werde die vom Innenministerium vorgenommene Einstufung der „Spaziergänge“ als Demonstrationen „sicher ein Thema sein“, erwartet sie.

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