Polizei mahnt Rücksicht gegenüber Kindern an

Verkehrserziehung für Kindergarten- und Schulkinder wird auch weiter groß geschrieben.

WERDOHL ▪ „Die Polizei wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start in das neue Schuljahr und stets eine unfallfreie Heimkehr“, so brachte es Werdohls Polizeichef Wolfgang Sudhaus am Donnerstag – knapp eineinhalb Wochen vor Ferienende – in einer Pressemitteilung zum Ausdruck. Damit dieser Wunsch nicht nur eine leere Floskel bleibt, unternimmt die hiesige Wache besondere Anstrengungen, um den Schulweg sicher zu gestalten. Wichtig sei das vor allem für sogenannte ABC-Schützen, „damit sie sich an die neuen Wege gewöhnen“.

Die Schulwegsicherung, so Wolfgang Sudhaus, sei ein Teil der polizeilichen Arbeit, um Unfälle mit Kindern zu senken. Gleichwohl sei die Unfallgefahr im Straßenverkehr nicht nur auf dem Schulweg gegeben, sondern auch in der Freizeit – als Mitfahrer, Fußgänger oder Radfahrer. Bis zum 31. Juli seien im Zuständigkeitsbereich der hiesigen Wache vier Kinder (eines davon schwer) verletzt worden; acht weniger als im Vergleichszeitraum 2009.

Wolfgang Sudhaus erkennt hier einen positiven Trend, der fortgesetzt werden konnte, denn in den Jahren zwischen 2000 und 2009 waren in der Mehrzahl zwischen zehn und 25 Kinder bei Unfällen verletzt worden. Ausnahmen gab es lediglich 2008, 2006 und 2005. Die Statistik sagt: Seit 2000 konnte die Anzahl verletzter Jungen und Mädchen um 84 Prozent gesenkt werden.

Natürlich werden die Bezirksbeamten der Werdohler Polizeiwache – wie in all den Vorjahren – in Werdohl und Neuenrade zur Schulwegsicherung an neuralgischen Punkten eingesetzt. Zudem werden auch die Streifenwagenbesatzungen und der Wachleiter in die Schulwegsicherung eingebunden, so der Hinweis von Sudhaus.

Allerdings komme es auch wesentlich darauf an, dass vor allem die Kraftfahrer besondere Rücksicht auf Kinder und Schüler nehmen. Sie sollten verinnerlichen, „dass sich Kinder noch nicht in allen Situationen verkehrsgerecht verhalten“. Sie bemerken wegen ihrer noch geringen Körpergröße Fahrzeuge später als Erwachsene, können Entfernungen nicht richtig beurteilen, reagieren spontan auf Dinge, die mit dem Straßenverkehr nichts zu tun haben und beachten Ampeln beispielsweise weniger genau. Außerdem ist bei Kindern der Bewegungsdrang ausgeprägter; das mache sie unberechenbarer.

Werdohls Polizeichef appelliert daher an alle Fahrzeugführer, besonders vorsichtig zu fahren und Vorbildfunktion zu übernehmen. Tempolimits sollten eingehalten, falsches Parken unterlassen und vor allem die Anschnallpflicht und Sicherung der Kinder in einem Auto ernst genommen werden.

Zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder gehöre auch, Kinder nicht vor der Radfahrausbildung allein mit dem Fahrrad und vor allem auch nicht ohne Helm fahren zu lassen. Die Verkehrssicherheit der „Drahtesel“ müsse geprüft und gewährleistet sein. Kinder sollten niemals auf der Fahrerseite aus dem Auto aussteigen, sondern auf der Gegenseite. Beim Verhalten an Ampeln sollten Erwachsene Vorbildfunktion ausüben. Und letztlich: Kinder sollten ohne Zeitdruck zur Schule geschickt werden, denn Hektik berge Gefahren in sich, die unkalkulierbar seien.

Die eingangs angesprochenen Maßnahmen der Polizei konzentrieren sich einerseits auf Verkehrssicherheits- und aufklärungsarbeit in den Kindergärten, Schulen und Fahrschulen. Andererseits werden Schulwegbegehungen mit den Erstklässlern – unter Begleitung von Bezirksbeamten – durchgeführt. Auch die Radfahrausbildung hat einen hohen Stellenwert.

Neben der Aufklärung setzt die Werdohler Polizei aber auch auf gezielte Überwachungsmaßnahmen. Dazu gehören neben „normalen“ zum Schulbeginn auch Geschwindigkeitskontrollen vor Schulen, weil häufig auch Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, mitunter zu schnell fahren. Gurtkontrollen und die Überprüfung, ob Kinderrückhaltesysteme genutzt werden, gehören dazu, und schließlich haben die Beamten auch ein Auge auf Verstöße von und gegenüber Fußgängern – etwa an Fußgängerampeln.

Wichtig ist für die Polizei auch der Hinweis, dass auch im neuen Schuljahr wieder Jugendliche als Schulbusbegleiter bei den Bussen für die Schulen am Riesei eingesetzt werden. Diese Maßnahme, so Wolfgang Sudhaus, habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. Immerhin werde durch diese Schulbusbegleiter ein geordneter und gefahrloser Einstieg an den Haltestellen gewährleistet – nicht zu Reden von der Ruhe und Ordnung während der Fahrt in den Bussen. Zu Beginn des neuen Schuljahres werden die Schulbusbegleiter auch durch die Polizei unterstützt, so Wolfgang Sudhaus.

Rainer Kanbach

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