Politik entscheidet: Wochenmarkt soll umziehen

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Der Weg ist frei für den Wochenmarkt auf dem Brüninghaus-Platz.

Werdohl - Wenn jetzt noch der Rat zustimmt, kann der Wochenmarkt schon bald auf dem Brüninghaus-Platz stattfinden. Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) hat dem Vorhaben am Dienstagabend jedenfalls schon mit ganz großer Mehrheit zugestimmt.

Schon vor zwei Jahren hatten sich die Markthändler mit dem Wunsch an die Stadt gewandt, den über den „Sand“ und die Fußgängerzone verstreuten Markt wieder auf einem zentralen Platz zusammenzuführen. Daraus entstand dann die Idee, den Wochenmarkt auf den Brüninghaus-Platz zu verlegen. Diese Fläche stand allerdings vorerst nicht zur Verfügung, weil sich die Stadt in einem Rechtsstreit mit dem Bauunternehmen befand, das den Platz gepflastert hatte. Zunächst galt es, gutachterlich festgestellte Baumängel zu beheben. 

Diese Mängel werden derzeit beseitigt. Bis April soll der Platz nutzbar sein. Deshalb hat sich am Dienstagabend der Ustea-Ausschuss mit dem Umzug des Marktes auf den Brüninghaus-Platz befasst. Schnell zeichnete sich eine große Mehrheit für die Standortänderung ab. Nur Jürgen Neumann (FDP) sprach sich dagegen aus und erinnerte an das Versprechen, das seinerzeit den Einzelhändlern in der Fußgängerzone gegeben worden sei. „Wir haben denen gesagt, dass der Markt dableibt.“ Und die kritisierte Zerrissenheit des Marktes sei hausgemacht, weil entstandene Lücken nicht wieder aufgefüllt worden seien, fand er. Diese Kritik wies Christian Ziebolz, Marktleiter und Sprecher der Händler, allerdings zurück. Die meisten Lücken weise der Markt auf, weil Rettungswege für die Feuerwehr freigehalten werden müssten. 

Nur noch Detailfragen

Letztlich ging es nur noch um Details: Könnten man die Stadtspange als Reservefläche vorhalten, falls mehr Händler auf den neuen Markt-Platz drängen? Aus Sicht der Stadtverwaltung wäre das nicht möglich – aus statischen Gründen, weil sich darunter die WK-Tiefgarage befindet, und aus Sicherheitsgründen, weil die Schneise zwischen Kaufhaus und Fortuna-Apotheke als Rettungsweg für die Feuerwehr benötigt wird. Wäre es möglich, den Bereich jenseits der derzeit als Absperrung platzierten Felsbrocken hinzuzunehmen? Ja, dort könnten zusätzliche Marktstände, vielleicht sogar die größeren Verkaufswagen der Händler platziert werden. Christian Ziebolz geht allerdings davon aus, dass die Fläche des Brüninghaus-Platzes ausreichen wird. 

Und wie sieht es mit der Tonnage-Beschränkung für die Marktstände aus? Die Stadt fordert, dass die punktuelle Belastung von 150 Kilogramm nicht überschritten wird und dass Fahrzeuge, die den Platz befahren, nicht schwerer als 7,5 Tonnen sind. Alles kein Problem, meint Ziebolz: „Wir bleiben wesentlich unter diesen Werten. Nicht einer der Händler hat ein Fahrzeug, das schwerer als 7,5 Tonnen ist.“ 

Zeitpunkt noch unklar

Also wäre der Weg frei für den Umzug des Marktes auf den Brüninghaus-Platz. Die Frage ist nur, wann es so weit sein soll. „Wir kriegen das garantiert innerhalb von zwei bis drei Wochen geregelt. Ein Start im Mai müsste 100-prozentig klappen““, sprach Christian Ziebolz für die Händler. Ganz so schnell wird es aber doch nicht gehen. Zunächst muss die Baustelle vom Platz verschwinden, dass soll bis zum 6. April geschehen. Und dann wollen die Politiker dem Wochenmarkt am neuen Standort einen möglichst guten Start ermöglichen. Vor dem Hintergrund des „Brückentages“ am Donnerstag, 2. Mai, fiel die Wahl letztlich auf den 9. Mai. 

Christian Ziebolz und seine Markt-Kollegen scheinen den Umzug kaum erwarten zu können. Der Marktleiter stellt sogar schon zusätzöiche Angebote in Aussicht: „Ich habe schon zwei, drei neue Händler an der Angel“, sagte er. 

Viel Zuspruch aus der Bevölkerung

Übrigens: Auch die Bevölkerung scheint hinter den Plänen zu stehen: In einer – nicht repräsentativen – Online-Umfrage auf dem Internetportal dieser Zeitung hatten sich bis gestern Mittag knapp 80 Prozent der Teilnehmer für einen Wochenmarkt auf dem Brüninghaus-Platz ausgesprochen. 

Das letzte Wort hat aber am Montag, 25. März, noch der Rat. Dass sich das Blatt dann noch einmal wendet, ist aber sehr unwahrscheinlich.

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