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Politik billigt Idee: So sieht der „Zukunftsraum Versetal“ aus

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Von: Volker Griese

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Die Turnhalle in Eveking könnte zum zentralen Anlaufpunkt für Vereine und Gruppen im Versetal werden. Die Planungen für den „Zukunftsraum Versetal“ gehen aber noch darüber hinaus.
Die Turnhalle in Eveking könnte zum zentralen Anlaufpunkt für Vereine und Gruppen im Versetal werden. Die Planungen für den „Zukunftsraum Versetal“ gehen aber noch darüber hinaus. © Heyn, Volker

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig die Stadtverwaltung beauftragt, sich in einem Förderprogramm um Zuschüsse für die Planung des „Zukunftsraums Versetal“ zu bemühen.

Das Projekt wäre das erste aus dem Stadtentwicklungskonzept „Masterplan Werdohl 2040“, das verwirklicht werden würde.

Die Idee eines gesellschaftliche Zentrums für das Versetal kursiert im politischen Raum seit 2016 und basiert auf Vorschlägen der Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) beziehungsweise des TuS Versetal. Sie sind auch in den „Masterplan Werdohl 2040“ eingeflossen, den der Rat im vergangenen Sommer als Leitfaden für die Stadtentwicklung in den nächsten 20 Jahren beschlossen hat. Der Kerngedanke ist, die 65 Jahre alte und aufgrund von kommunalen Sparmaßnahmen schon einmal auf der „Abschussliste“ stehende Sporthalle zu einer multifunktionalen Einrichtung nicht nur für Sportler, sondern auch zum Beispiel für die Versetaler Schützen, die Jugendfeuerwehr, Kitas und andere Nutzer umzubauen.

Planungsbüro soll mit Fördergeld bezahlt werden

Die Idee liegt also auf dem Tisch. Damit sie allerdings Realität werden kann, braucht die Stadt eine Planung, ein Konzept, das aus der Idee Realität werden lassen kann. Die Entwicklung eines solchen Konzeptes, das über die Umnutzung der Turnhalle hinausgeht, möchte die Verwaltung gerne einem externen Planungsbüro überlassen. Dessen Dienste sollen möglichst aus einem Förderprogramm bezahlt werden. Aus Sicht der Verwaltung bietet sich da die Kleinprojekte-Förderung aus dem Regionalbudget an, das der Leader-Region Lenneschiene zur Verfügung steht. Bis zu 16 000 Euro könnte die Stadt dort erhalten, um damit dann eine maximal 20 000 Euro teure Planung zu finanzieren.

„Jetzt kommt Schwung ‘rein“, kommentierte der Ausschussvorsitzende Dirk Middendorf (CDU) am Dienstag in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses die Vorgehensweise. Doch so richtig zufrieden schienen insbesondere die CDU-Mitglieder des Ausschusses nicht zu sein. „Wir sind ja froh, dass der Startschuss jetzt gefallen ist“, sagte beispielsweise Manfred Buchta, noch bevor der Ausschuss seine Zustimmung gegeben hatte. Zwischenzeitlich habe man den Eindruck gewinnen können, dass es mit dem Projekt nicht vorangeht.

Beispiel für gelungene Neunutzung: Blick nach Langenholthausen

Buchta brachte auch noch einmal das Zentrum für Soziales und Kommunikation in Langenholthausen (Sokola.de) als Beispiel für eine gelungene Neunutzung ins Gespräch. In dem Balver Ortsteil haben ehrenamtliche Kräfte mit Mitteln des Strukturförderprogramms Regionale die ehemalige Grundschule zu einem Begegnungsort für Vereine und andere Nutzer umgebaut; auch ein Gesundheitsunternehmen hat dort seinen Sitz. Michael Schürmann (CDU) ergänzte, dass Werdohl einen akuten Bedarf an Versammlungsorten habe. Ein Bürgerzentrum in der Turnhalle Eveking könne dem abhelfen.

Die Verwaltung wollte die Planung allerdings nicht auf die Turnhalle verengen, sondern das gesamte Lebens- und Wohnumfeld im Versetal in den Blick nehmen und spricht deshalb auch lieber vom „Zukunftsraum Versetal“. Dazu solle es eine breit angelegte Bürgerbeteiligung geben, in der die Bevölkerung ihre Wünsche und Vorstellungen äußern könne, hieß es. Dafür gebe es wahrscheinlich Fördermittel, für eine bloße Umgestaltung der Turnhalle dagegen „nach heutigem Kenntnisstand“ nicht.

Zustimmung von allen Seiten

Jürgen Henke signalisierte für die SPD Zustimmung zu dem von der Verwaltung skizzierten Weg. Thorsten Hänel (WBG) war wichtig, dass das Bürgerzentrum für das Versetal zu einem gemeinsamen Projekt aller Fraktionen werde und sich nicht eine Fraktion damit profilieren wolle.

Am Ende gab es von allen Seiten Zustimmung für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Weg. Bei einer für die Stadt positiven Förderentscheidung im April müsste ein Konzept unter Bürgerbeteiligung noch in diesem Jahr erarbeitet werden. Anschließend könnte nach Fördermitteln für die Umsetzung des Konzeptes gesucht werden, die dann ab 2023 erfolgen könnte.

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