„Polenböller“ direkt vor der Wache gezündet

Werdohl - „Eine ganz blöde Idee“ nannte Richter Dirk Reckschmidt das nächtliche Treiben von zwei jungen Werdohlern und erntete im Amtsgericht Altena ein doppeltes und ziemlich zerknirschtes „Ja!“

Mit ihren 21 und 22 Jahren hatten die beiden Angeklagten die Gefilde des Jugendstrafrechts bereits verlassen, als sie in der Nacht zum 25. September auf die Idee kamen, einen sogenannten „Polenböller“ direkt an der Polizeiwache in Werdohl zu zünden.

Das muss nachts um 3.58 Uhr recht intensiv gekracht haben. Die Beamten zeigten sich den beiden Angeklagten sprinttechnisch gewachsen und setzten die beiden vorübergehend fest. So hatten sie sich das vermutlich nicht vorgestellt. 

Die Aufklärungsarbeit ging noch weiter

Und die Aufklärungsarbeit ging noch weiter: Als die Polizisten die Überreste der Detonation inspizierten, fanden sie auf den Pappschnitzeln einen Warnhinweis, dass es sich bei dem Objekt um einen pyrotechnischen Gegenstand der Kategorie F4 gehandelt hatte. Das deutsche Sprengstoffgesetz erlaubt die Abgabe derart gefährlicher Feuerwerkskörper nur an gelernte Pyrotechniker.

Doch die umfassende Einsichtigkeit der beiden „Bombenleger“ ersparte ihnen eine Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz: Nach Zahlung von jeweils 250 Euro werden ihre Strafverfahren eingestellt – ein letztlich doch nicht ganz preiswertes Vergnügen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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