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Pöngse-Malereien werden Teil des größten kollektiven Kunstwerks der Welt

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Von: Michael Koll

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„Hagen ist oben“: So heißt eines der Kunstwerke von „Pöngse“ alias Jürgen Krutzsch, das Teil des größten kollektiven Kunstwerks der Welt in Los Angeles ist.
„Hagen ist oben“: So heißt eines der Kunstwerke von „Pöngse“ alias Jürgen Krutzsch, das Teil des größten kollektiven Kunstwerks der Welt in Los Angeles ist. © Brigitte Grafe

Die Malerei ist es, die Los Angeles für „Pöngse“ alias Jürgen Krutzsch erneut ins Blickfeld rückt. Dort ist seine Kunst jetzt Teil des größten kollektiven Kunstwerks der Welt, konkret an der Ecke Flower/7th Street.

Werdohl – Seit vielen Jahren hat Jürgen „Pöngse“ Krutzsch einen engen Bezug zu Los Angeles. „Dort gibt es einen kleinen Radiosender, der immer mal wieder Titel von meinen Cinema-CDs spielt“, verrät der Tausendsassa, der einst Wirt der Musikkneipe Alt Werdohl, Mitglied der Krautrock-Band Tibet und eben auch das Ein-Mann-Projekt Cinema war, wo er instrumentale Stücke im Stile von Mike Oldfield oder Vangelis komponierte.

Seit der 70-Jährige sich aber vom Kneipenleben zurückgezogen hat, steht das Malen wieder ganz in seinem Fokus. Und exakt die Malerei ist es, die Los Angeles für ihn erneut ins Blickfeld rückt. Denn dort ist Pöngses Kunst jetzt Teil des größten kollektiven Kunstwerks der Welt, konkret an der Ecke Flower/7th Street.

Besucht hat Pöngse die US-Metrople allerdings immer noch nicht: „Für die Reise dahin hat es weiterhin nicht gereicht, aber im Mai – auf der Ausstellung im Neuenrader Kunstfenster – war es bestimmt genau so schön“, mutmaßt er und lächelt sein typsisch-verschmitztes Lausbuben-Lächeln.

Zurück zur aktuellen Kunstschau, zu der Pöngse zwei Werke beigetragen hat. Insgesamt sind 460 Künstler aus 38 Ländern beteiligt, die sage und schreibe 856 Kunstwerke zur Verfügung gestellt haben, um an einer Hausfassade in Los Angeles die mit 18 mal 8 Metern größte Kunstcollage aller Zeiten entstehen zu lassen.

Pöngse musste dafür nicht seine Original-Gemälde einpacken, frankieren und verschicken. Die Bilder wurden digital übermittelt, auf Plakate gedruckt, mit QR-Codes versehen und in die überdimensionierte Collage eingearbeitet. „Mit den QR-Codes“, freut sich Krutzsch, „können Passanten direkt auf die Website des jeweiligen Künstlers gelangen.“ Der Veranstalter rechnet übrigens über die Dauer der Ausstellung mit einer Million Passanten, wobei Pöngse sicher ist, „dass sich von denen natürlich nicht automatisch jeder für Kunst interessiert“.

Der Werdohler Künstler beteiligt sich an der Aktion mit zwei Werken, die er „Bekleben verboten!“ und „Hagen ist oben!“ genannt hat. „Das erste heißt so, weil es aus Plakatausrissen von Rockacts besteht, die alle mal im Alt Werdohl aufgetreten sind. Das zweite bekam seinen Namen von einem Schnipsel einer Landkarte, den ich darin verarbeitet habe. Und da ist Hagen eben ziemlich weit oben.“

Beide Bilder waren bereits auf einer Ausstellung im Züricher Hauptbahnhof zu sehen, verrät Pöngse, der erläutert: „Wenn man in Werdohl im Hinterzimmer anfängt, Bilder zu malen, wird man dort mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Kunstinteressierten gefunden.“ Folglich habe er als frisch gebackener Rentner und wieder mehr Malender von Beginn an „viel Zeit im Internet verbracht“.

Und er stellte schnell fest, „dass meine Sachen offenbar bei vielen Verantwortlichen ziemlich gut ankamen, denn es taten sich schnell immer mehr Möglichkeiten auf“. Und das weltweite Online-Netz habe in diesem Pandemie-Zeiten eben unschlagbare Vorteile gehabt, freut sich Krutzsch. Und so ist Los Angeles wohl sicher auch nicht letzte Station auf seiner weltweiten Kunstreise.

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