Kulturtag im fahrenden Zug oder in der Kreuzkirche: Aktionstag auf der Lenne-Schiene

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Gut 20 Kulturschaffende aus den Städten und Gemeinden der Leader-Region Lenneschiene planten am Dienstag gemeinsam einen Kulturtag, der 2018 stattfinden soll.

Werdohl - Einmal den Gedanken freien Lauf lassen und alle Ideen auf den Tisch legen – und seien sie auch noch so verrückt: Diese Aufgabe hatten mehr als 20 Kulturschaffende von der gesamten Lenne-Schiene am Dienstagabend im Kleinen Kulturforum Werdohl. Und die derart Aufgeforderten zeigten sich sehr kreativ. Ein paar ihrer Anregungen werden dann vielleicht im September/Oktober 2018 beim ersten Kulturtag der Lenne-Schiene umgesetzt.

Aber der Reihe nach: Regionalmanagerin Silke Erdmann und Susanne Thomas von der Kulturregion Südwestfalen hatten eingeladen. In ihrer täglichen Arbeit mit Kulturtreibenden hatten sie erfahren, dass Kulturschaffende sich zweierlei wünschen. Zum einen möchten sie sich – auch über Stadtgrenzen hinaus – gerne einmal kennenlernen und vernetzen. Dabei wollen sie auch mit anderen neue Kunst-Projekte erarbeiten. Zum anderen wollen sie aber neues Publikum ansprechen.

Also entstand bei Erdmann und Thomas die Idee für einen Kulturtag. Projekt-Träger dieses Tages wird die Leader-Region sein. Wie dieser gestaltet werden könnte, wurde am Dienstagabend im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Werdohl erörtert. Die konkreten Inhalte des Tages sollen aber erst in den kommenden Monaten entwickelt werden, stellte Erdmann zu Beginn der anderthalbstündigen Veranstaltung klar.

Leader-Region tritt als Projekt-Träger auf

Angesprochen sind Kulturschaffende jeder Art: bildende Künstler, Musiker, Mitarbeiter von Bibliotheken, Schulen und Museen, Poetry-Slammer, Theatergruppen und auch Vereine. Parallel zu deren Aufführungen, Installationen und Ausstellungen soll es im Rahmen des Kulturtages Qualifizierungsangebote für Künstler geben, etwa durch eingekaufte Referenten, die bestimmte Maltechniken, die Kunst der Selbstvermarktung oder die Arbeit mit modernen Techniken, wie Video-Schneide-Programmen, erläutern.

Laut Leader-Definition liegen an der Lenne-Schiene die Städte Altena, Iserlohn, Finnentrop, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg und Werdohl. Am Kulturtag 2018 sollen aber auch alle weiteren Kommunen teilnehmen dürfen, die an der Lenne liegen. „Wir wünschen uns jedenfalls eine qualitativ hochwertige Veranstaltung“, hob Erdmann hervor.

Aufgefordert, die Ideen sprudeln zu lassen, sagte der Werdohler Maler und Performance-Künstler Thomas Volkmann: „Der Tag muss so attraktiv sein, dass sich die Leute hinterher ärgern, wenn sie nicht da waren.“ Ihm schwebe eine Fabrikhalle als Veranstaltungsort vor.

Werbebüros auf der Suche nach Künstlern

Ein nächster Vorschlag war, den Kulturtag in einem Zug über die Bühne gehen zu lassen, der währenddessen alle Städte der Lenne-Schiene anfährt. Das Schloss Bamenohl in Finnnetrop wurde als zu weit abgelegen als alleiniger Veranstaltungsort verworfen. Die im kommenden Jahr nicht mehr genutzte Kreuzkirche wurde auch als Veranstaltungsort vorgeschlagen. Sie habe mehrere Vorteile: mehrere Räume, damit zeitgleiche Aufführungen einander nicht stören, die Gelegenheit für Outdoor-Präsentationen auf dem nahe gelegenen Schulhof und eine recht zentrale Lage. Aus der Innenstadt könne ein Shuttle-Fahrzeug des Bürgerbusses eingesetzt werden. In diesem könnten dann Auftritte stattfinden, wenn schon möglicherweise nicht in einem Zug.

Mit der Umsetzung des Kulturtages wurden zwei Werbebüros beauftragt: Pia Bieker von der Agentur Querdenker-Südwestfalen aus Lennestadt, sowie Iris Kannenberg und Nicolas Leitgeb aus Lüdenscheid. Beide Büros suchen jetzt zunächst einmal aktiv nach Kulturschaffenden in der Region und klopfen bei diesen die Bereitschaft ab, sich an solch einem Tag zu beteiligen. Kannenberg erklärte: „Mein Ziel ist, mit diesem Tag die Menschen, gerade die jüngeren, dazu zu kriegen, dass sie gerne hier leben und hier bleiben.“

Der Zeitplan sieht nun vor: Ende Februar findet ein „Informationstag für alle“ statt. Bis Ende April soll die Präsentation von Konzept und Kostenkalkulation stehen. Bis Ende Juli soll ein Marketingkonzept vorliegen. Ab August soll der Kulturtag beworben und im September/Oktober durchgeführt werden.

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