Klares Signal für mindestens 20 Jahre

VDM will rund 21 Millionen Euro in Werdohl investieren

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50 Meter hoch, 73 Meter lang und 14 Meter breit soll die Halle werden, die VDM errichten will, um darin eine neue Blankglühlinie unterzubringen. Die Abbildung zeigt das geplante Bauwerk aus Richtung Vorthbrücke.

Werdohl - Der Konzern VDM Metals will circa 21 Millionen Euro in Werdohl investieren. „Dieses Projekt ist extrem wichtig für Werdohl. Es ist ein klares Zeichen, dass man mindestens für die nächsten 20 Jahre mit diesem Standort plant“, erklärte Diplom-Ingenieur Hansjörg Rau, Prokurist und Ressortleiter Operations am VDM-Standort Unna.

Rau stellte das Großprojekt – geplant ist der Bau einer neuen Halle, in der eine Blankglühlinie errichtet werden soll – im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag im Rathaus vor. „Es ist ein äußerst positives Zeichen, dass die neuen Gesellschafter sich zu dieser Investition entschlossen haben“, erklärte der Diplom-Ingenieur. Die Investition sei erforderlich, da die Anlage, die momentan in Betrieb ist und 1977 erbaut wurde, inzwischen in die Jahre gekommen sei. „Es gab schon diverse Reparaturen“, sagte Rau.

Diplom-Ingenieur Hansjörg Rau stellte die Planungen des Konzerns dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vor.

Bevor man sich zum Hallenneubau entschlossen habe, seien andere Möglichkeiten geprüft worden. „Es hat sich aber gezeigt, dass der Neubau der praktikabelste und effektivste Weg sein wird“, erläuterte der Unternehmenssprecher. Die neue Halle soll im Bereich parallel zur Straße An der Vorthbrücke entstehen: 73 Meter lang, 14 Meter breit und 50 Meter hoch. „Ein markanter optischer Punkt“, betonte Rau. In der Glühanlage würden Werkstoffe bei extrem hohen Temperaturen geglüht. „Wir reden von 1230 Grad, die erreicht werden. Damit sind wir so ziemlich alleine auf der Welt unterwegs“, wies der VDM-Sprecher auf die Besonderheit der geplanten Anlage hin.

Um das Projekt verwirklichen zu können, müsse das Unternehmen einen Grünstreifen von der Stadt Werdohl erwerben. Es handele sich um einen schmalen Streifen mit einer Breite von zwei bis drei Metern, insgesamt circa 475 Quadratmeter. Auf den geplanten Lenneradweg hätten die Baupläne keinen negativen Einfluss. „Wir werden natürlich alle geforderten Abstände einhalten“, versicherte der Diplom-Ingenieur. Das gelte selbstverständlich auch für sämtliche Lärmschutzvorgaben, unterstrich Thomas Molz, Leiter Zentrale Technik der VDM Metals GmbH in Werdohl. Thomas Schroeder, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt, hatte sich diesbezüglich erkundigt. Auch müssten die Anwohner keine Belästigung durch Dämpfe oder eine Wärme-Entwicklung befürchten, erklärte Rau auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Jürgen Henke: „Es handelt sich um ein komplett geschlossenes System.“

Durch den Bau der neuen Glühlinie würden die Kapazitäten im Werdohler Werk um 30 Prozent erhöht. Dann könnten Bänder mit einer Breite von 35 bis 83 Zentimetern und einer Dicke von 0,4 bis 4 Millimeter geglüht werden. Glühen ist ein vielfältiges Teilgebiet der Wärmebehandlung von Stahl. In den unterschiedlichen Glühprozessen werden Gefüge und mechanische Eigenschaften der Stähle verändert.

„Wir gehen davon aus, dass die Anlage im Januar 2019 in Betrieb gehen kann“, berichtete Rau. SPD-Ratsherr Udo Böhme freute sich, dass durch den Neubau die Arbeitsplätze in Werdohl gesichert würden. Er wollte wissen, ob eventuell auch auch noch weitere geschaffen würden. „Wenn wir die Kapazitäten der Anlage voll nutzen können, dann benötigen wir mehr Personal. Allerdings reden wir dabei von zwei bis drei Arbeitsplätzen“, antwortete Hansjörg Rau.

VDM Metals

Werdohl ist der größte Standort des Unternehmens VDM Metals GmbH. Derzeit sind nach Unternehmensangaben dort 161 Mitarbeiter im Band- und 86 im Drahtbereich tätig. Zudem befindet sich das VDM-Servicecenter (32 Mitarbeiter) in Werdohl. Im administrativen Bereich sind weitere 423 Mitarbeiter beschäftigt. Andere VDM-Standorte befinden sich in Altena, Unna, Siegen und Duisburg, hinzu kommen zwei Werke in den USA.

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