So plant die Frauenhilfe den Neubau in Werdohls Zentrum

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So soll der Neubau einmal aussehen: Die Abbildung zeigt den Neubau der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen aus Richtung Jahnstraße. Der winkelförmige Bau umschließt einen kleinen, gartenähnlich angelegten Hof.

Werdohl - In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 könnte die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen ihre neue Einrichtung für psychisch behinderte Menschen auf dem Grundstück der alten Jahn-Turnhalle in Betrieb nehmen. Das ging aus den Ausführungen von Sozialarbeiter Jörn Hackbusch, Leiter des Hauses Wegwende in Werdohl, und Architekt Dieter Schaarschmidt im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung hervor.

Hackbusch und Schaarschmidt stellten den Politikern das Projekt vor. Dabei skizzierte der Einrichtungsleiter die Vorteile, die der Neubau gegenüber dem seit 1998 bestehenden Haus Wegwende am Haselweg hat.

Die zentrale Lage erleichtere den Bewohnern Arztbesuche und Besorgungen in der Innenstadt. Auch Arbeitsstellen oder Behindertenwerkstätten seien einfacher zu erreichen. „Für uns ist das jetzt jedes Mal eine Herausforderung“, schilderte Hackbusch, dass für die Bewohner, die in den allermeisten Fällen nicht über ein eigenes Auto verfügen, ein Fahrdienst organisiert werden müsse.

Wohnqualität wird steigen

Aber auch die Wohnqualität werde sich für die Bewohner erheblich verbessern, sagte Hackbusch. 24 Personen sollen in drei Wohngruppen zu je acht Personen untergebracht werden. Ihnen stehen Einzelzimmer und je Wohngruppe ein gemeinsamer Küchen- und Aufenthaltsbereich zur Verfügung. „Das muss man sich vorstellen wie eine Mini-WG“, beschrieb Hackbusch.

Wieder eine eigene Küche

Wert legte er auf die Feststellung, dass auch die neue Einrichtung wie schon das Haus Wegwende über eine eigene Küche für die Versorgung der Bewohner verfügen und nicht etwa von einem Caterer beliefert werde. Dadurch könnten die Bewohner in die Zubereitung der Mahlzeiten eingebunden werden.

Keine Außenwohngruppen mehr

Derzeit leben im Haus Wegwende 19 Personen; hinzu kommen sieben Personen in Außenwohngruppen im Stadtgebiet. Die Außenwohngruppen sollen mit dem Bezug des Neubaus aufgelöst werden.

Jörn Hackbusch, Leiter des Hauses Wegwende, stellte dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vor, wie das Wohnen in dem Neubau der Evangelischen Frauenhilfe organisiert sein soll.

Neben den dauerhaften Bewohnern, die einen stationären Hilfebedarf haben, soll die neue Einrichtung auch Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Behinderungen sein, die nur tagsüber Förderungs- und Betreuungsbedarf haben.

Winkelförmiges Gebäude

Architekt Schaarschmidt stellte dem Ausschuss den Baukörper vor. Demnach soll sich das winkelförmige Gebäude, das einen Hof umschließt, gut in das heterogene Stadtgebiet einfügen. Die Räume für die Tagesstruktur sollen im Untergeschoss untergebracht werden und von der Mittelstraße aus erreichbar sein.

Wohngruppen auf drei Etagen

Die Wohngruppen sollen sich auf die drei Etagen darüber verteilen. Schaarschmidt trat dem Eindruck entgegen, es könne ein hohes Gebäude entstehen. „Etwa anderthalb Etagen werden durch das Gefälle im Gelände gar nicht sichtbar sein“, erklärte er.

„Das Gebäude soll auch nicht aussehen wie ein Heim, sondern wohnlich sein“, erklärte Schaarschmidt, dessen Büro schwerpunktmäßig Wohnanlagen für Senioren plant.

Projekt ist antragsreif

Die Abstimmung des Bauprojektes mit den Behörden und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe sei mittlerweile abgeschlossen, berichtete Schaarschmidt. „Wir stehen kurz vor der Einreichung des Bauantrags“, beschrieb er den Verfahrensstand.

Was wird aus Haus Wegwende?

Der Abbruch der alten Jahn-Turnhalle sei für das späte Frühjahr 2020 geplant, anschließend solle darauf in etwa anderthalbjähriger Bauzeit der Neubau entstehen.

Und was wird aus dem alten Haus Wegwende? „Wir haben da noch keine konkrete Idee“, antwortete Jörn Hackbusch auf diese Frage. Wahrscheinlich sei, dass das 1956 errichtete Haus abgerissen und das Grundstück verkauft werde, sagte er.

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